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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Pfarr­ und Filialkirchen der Ministerialen 205 flankierend vorgestellt. Über den Gewändestufen verläuft ein reich skulptierter Kapitellfries , der reliefierte Palmet- tenkränze , Flechtwerkmuster , Blattfächer und Blattknos- penbesatz aufweist. Die Schäfte der Portalsäulen sind zum Teil glatt , zum Teil achteckig gekantet , eine Säule ist sogar gewunden kanneliert. Spuren lassen erkennen , dass auch die abgetreppten Archivolten des Portals ursprüng- lich reich plastisch strukturiert waren. Der Kapellenraum des hoch gelegenen Erdgeschosses besitzt ein Bandrippen- gewölbe auf wuchtigen Konsolen. In den Proportionen sowie auch in manchen Detailformen besitzt das Portal des Karners von Bad Deutsch Altenburg Übereinstim- mungen mit Säulenportalen in Böhmen und Mähren , wie zu den Toren der Nikolauskirche zu Vinec bei Jung- bunzlau oder der Wenzelskirche von Hulín / Hullein. Die Kapitellplastik zeigt dagegen Stilzusammenhänge sowohl mit Niedersachsen als auch mit Bayern und Ungarn : Ganz ähnliche Kompositka- pitelle mit gebohrten Helices , tief herausgeschnittenen , steif gefalteten Kelchblät- tern und gekuppelten sowie gestürzten Palmetten und Blattfächern , die mit dia- mantierten Bändern verschlungen sind , aber auch in Stein imitiertes Korbgeflecht findet man neben senkrecht und gedreht kannelierten Säulen am Kreuzgang von Königslutter und an der Apsis der Neuwerkskirche in Goslar. Mit den Falt- und Pfeifenkapitellen besitzt die Bauplastik des Karners von Bad Deutsch Altenburg sowohl Übereinstimmungen mit den Kapitellen der Pfarrkirche als auch mit Kapi- tellen in Regensburg ( St. Jakob ) und in Westungarn ( Ják ). Mehrfach lassen sich Detailformen am Karner von Bad Deutsch Altenburg mit jenen der Pfarrkirche und mit Kirchen der näheren Umgebung vergleichen , von der Übereinstimmungen in der Quaderbearbeitung und in der Ausführung von Sockelprofilen bis zu seltenen formalen Lösungen , wie der Anordnung einer Säulenvorlage an der Mitte der Apsisaußenwand , durch die ein Konflikt mit dem axialen Fenster erzeugt wird , und die sich in gleicher Art an der Südkapelle der Pfarrkirche Himberg ( Abb.  103 ) findet. Damit erweist sich der Karner jener Werk- stattgruppe der Ministerialenbaukunst zugehörig , die durch die Stiftung der Pfarr- kirche von Bad Deutsch Altenburg ab 1213 zu datieren ist. Während Renate Wag- ner-Rieger den Bau des Karners aus stilistischen Gründen um 1200 , also noch vor dem Baubeginn an der Pfarrkirche , ansetzen wollte700 , besteht für eine Datierung
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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