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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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215Kaiser Friedrich II. in Wien lungen in die engere und weitere Umgebung gebildet habe , wobei das Riesentor als Hauptwerk der normannischen Stilrichtung Ausgangspunkt vielfältiger Mo- tivwiederholungen gewesen sei728. Analysen der figuralen Bauplastik des Wiener Riesentors ergaben zunächst an- dere Bezugsfelder. Wie Franz Ottmann 1905 erstmals feststellte , bestehen mo- tivische und ikonografische Übereinstimmungen zwischen den Skulpturen des Riesentors und jenen der Gnadenpforte des Doms von Bamberg729. Fritz Novot- ny hat – Ottmann folgend – diese Beziehungen näher präzisiert , wobei er beson- ders auf die Übereinstimmung des seltenen Motivs der über dem Kämpfergesims platzierten Halbfiguren , aber auch auf Details der Kapitellbildung hinwies730. Die Stilvergleiche mit der figürlichen Bauplastik des Bamberger Doms werden dadurch noch gestützt , dass auch die Geschossgliederung der Heidentürme der Wiener Stephanskirche und die spezifische Art der Gesimsverkröpfungen an Vorlagen mit dem östlichen Bauabschnitt der Bamberger Bischofskirche eng übereinstimmen. Sowohl Ottmann als auch Novotny haben daher die Vermu- tung geäußert , dass die Entstehung des Riesentors mit dem Wiener Aufenthalt des Bamberger Bischofs Ekbert , unter dem der Bau des Doms von Bamberg erfolgte , in Zusammenhang zu bringen sei731. Bischof Ekbert hat sich in seiner Funktion als Statthalter des Kaisers für die österreichischen Länder im Jahre 1237 monatelang in Wien aufgehalten und konnte wegen dieser Verpflichtung nicht einmal an der Einweihung des Bamberger Doms am 6. Mai 1237 persönlich teilnehmen. Am 5. Juni 1237 verstarb Bischof Ekbert in Wien732. Ein weiterer Stilvergleich zur figürlichen Bauplastik wurde von Richard Kurt Donin zwischen den Kämpferhalbfiguren des Riesentors und zwei Halbfiguren über Wandvorlagen der nördlichen Seitenapsis der Stiftskirche Třebič in Mähren gezogen733. Auch dieser Bezug wird durch den engen Zusammenhang zwischen dem Gesamtentwurf und den Proportionen des Riesentors und des Nordportals der Benediktinerstiftskirche Třebič sowie durch die genaue Übereinstimmung von Friesmustern dieser beiden Tore erhärtet. Wenn man am Gewände des Nord- portals von Třebič nicht weniger als acht Portalpfostenstufen mit beiderseits sie- ben eingestellten Säulen zählt , denen im Bogenbereich sieben Rundstabarchivol- ten entsprechen734 , so ist zu bedenken , dass das Wiener Riesentor ursprünglich ebenfalls breiter geplant gewesen sein muss und erst durch den Bau der Vorhalle in seiner Nord­ Süd­ Ausdehnung reduziert … wurde735. So gibt das Portal von Třebič wohl am verlässlichsten den Proportionskanon wieder , den auch das Riesentor erhalten sollte. Übereinstimmend mit dem Wiener Riesentor in Třebič sind das
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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