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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Kaiser Friedrich II. in Wien216 schräge Durchlaufen des skulptierten Kämpfergesimses und die Anordnung des intermittierenden Zackenfrieses als Verzierung der äußersten Gewändestufe so- wie des gegenständigen Rundbogenfrieses mit Lilienbünden als innerste reliefierte Gewändekante. Friedrich Dahm hat außerdem auf Figürchen an Kapitellen im Chor der Kirche in Třebič hingewiesen und in die Vergleiche auch noch ein wei- teres skulpturales Werk aus Mähren , und zwar das Tympanon des Portals der Kir- che von Měřín , einbezogen736. Die aufgezeigten Zusammenhänge zwischen dem Wiener Riesentor und Třebič sind insofern von großer Bedeutung , als das Kloster eine Familienstiftung der Herrscherfamilie der Přemysliden war – zu Beginn des 12. Jahrhunderts hatten es die mährischen Přemyslidenfürsten Litold von Znaim und Ulrich von Brünn gegründet – und die Propsteikirche von Měřín ihrerseits von den Benediktinern des Klosters Třebič errichtet wurde. Der Neubau der Klos- terkirche von Třebič , dessen Bestandteil das Nordportal war , wird von Anežka Merhautová ebenso wie der Bau der Prioratskirche von Měřín in das zweite Viertel des 13. Jahrhunderts gesetzt737. Doch Friedrich Dahm hat noch auf weitere Stilbezüge hingewiesen : Wie Ver- gleiche der Engelsfiguren am Tympanon des Riesentors mit reliefierten Pfeilern in Treviso aus einer Entstehungszeit um 1220 zeigen , scheinen auch Einflüsse des Kunstschaffens südlich der Alpen beim Gesamtwerk des Wiener Portals wirk- sam geworden zu sein738. Das Tympanonrelief des Riesentors ist nicht nur der augenfällige Mittelpunkt der gesamten Portalgestaltung , sondern wohl auch der Schlüssel zum Verständnis und zur Datierung des Tors ( Abb.  109 ). Dargestellt ist Christus in der Mandorla mit dem Buch in der Linken und im Segensges- tus erhobener Rechten , thronend auf dem Regenbogen. Der Kreuznimbus um sein Haupt ist von Sternen umgeben. Links und rechts knien Engel mit bewegt flatternden Gewändern , die den Rand der Mandorla halten. Wie die in jüngster Zeit durchgeführten technologischen Untersuchungen zeigten , war das Tympa- non ebenso wie das gesamte Portal in lebhafte Farben gefasst ( Abb.  110 ) : Im Bo- genfeld dominierte ein scharlachroter Grund , die Engel trugen grüne Gewän- der , ihre Flügel waren teilweise dunkelblau bemalt , die Flügelspitzen waren weiß gehalten , die Nimben vergoldet. Die Mandorla der Majestasdarstellung wies ei- nen goldenen Rand auf , der Hintergrund der Mandorla war dunkelblau ange- legt , das Gewand des thronenden Christus war rot mit goldenen Säumen wie- dergegeben. Das Kreuz im Nimbus Christi erschien rot vor goldenem Grund739. Christus als Weltenherrscher scheint in der von den Engeln gehaltenen Mandorla gleichsam über den Halbfiguren der Apostel auf dem Kämpfergesims zu schwe-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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