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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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217Kaiser Friedrich II. in Wien ben , von denen der links neben dem Eingang dargestellte als Petrus mit dem Schlüssel erkennbar gemacht ist , während die übrigen Apostel mit Büchern oder Schriftrollen ausgestattet sind. Am reliefierten Kämpferfries erscheinen die vom Pantokrator niedergehaltenen dämonischen Mächte , Löwe , Drache und Basilisk , Fabelwesen und Verfolgungsszenen. Marlene Zykan hat erstmals darauf hingewiesen , dass die Darstellung der Ma- jestas Christi darauf hinweisen dürfte , dass die Stiftung des Riesentors auf Kai­ ser Friedrich II. zurückzuführen sei. Das Selbstverständnis des römisch-deutschen Kaisers als Vikar Christi auf Erden leitete sich von der Tradition des byzantini- schen Kaisertums ab , die dem Herrscher das Recht verlieh , christusähnlich auf- zutreten740. Der Argumentation Marlene Zykans folgte inzwischen auch Johann Josef Böker , der darauf hinwies , dass in ikonographischer Tradition … dieser Dar­ stellungsmodus letztlich auf die Apotheose römischer Kaiser hinweise , wodurch die Thematik … eine besondere herrschaftliche Komponente erhält741. Eine Majestasdar- stellung , die in diesem Sinne zu interpretieren ist , zeigt das Marktportal am Main- zer Kaiserdom. Auffallend ist am Tympanon des Wiener Riesentors , dass Christus mit entblößtem linkem Knie dargestellt ist. Dieses Motiv ist als Herrschaftssymbol zu deuten und über das antike Kaiserbild auf griechische Zeusstatuen zurückzufüh­ ren742. Eine derartige Bezugnahme auf die antike Herrscherikonographie gilt für die Regierung Friedrichs II. als charakteristisch und ist vor allem in seinen sizili- schen Repräsentationsbauten743 , ebenso aber in Gemmen744 und in den Münzbil- dern und Siegeln745 unter seiner Herrschaft zu beobachten. Tatsächlich kam es zu Jahresbe- ginn 1237 unter dramatischen Um- stän den dazu , dass Kaiser Fried - Abb.  109 : Tympanonre­ lief des „Riesentors“ der Wiener Stephanskirche Folgende Doppelseite: Abb.  110 : Bogenfeld des „Riesentors“ der Wiener Stephanskirche , Befund der farbigen Fassung des 13. Jahrhunderts
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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