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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Kaiser Friedrich II. in Wien222 als mit Deutschland. Nach seiner Krönung verging kaum ein Jahr , in dem Fried- rich II. nicht mehrere Monate in Süditalien , vor allem in seiner Residenz Foggia , weilte. In den zahlreichen Werken der Baukunst , die unter Friedrich in Süditalien erbaut wurden , herrschte eine stilistische Vielfalt von einer Renaissance antiker Bauformen752 über byzantinisch sowie arabisch-sarazenisch geprägte Motive bis hin zur Gotik der französischen Zisterzienser. In diesem reichen Formenreper- toire spielte auch der normannische Bauschmuck eine wesentliche Rolle. Obwohl von Friedrichs Residenzschloss in Foggia nur geringe Reste erhalten sind , zeigen gerade diese neben antikisierenden Akanthusfriesen das normannische Zacken­ band753. Fensterrahmungen , wie im Hof des 1227–1233 von Friedrich II. erbauten Kastells Oria754 und am Südostturm des Kastells Gioia del Colle in Apulien755 , oder das Kapellenportal im Kastell Lagopesole in Lukanien756 lassen erkennen , dass der bauplastische Schmuck der Stauferfestungen in Süditalien vielfach in nor- mannischem Stil gehalten war. Noch stärker fand die normannische Bauplastik an Kirchenbauten Verwendung , wie an dem von Friedrich II. geförderten Bau der Westfassade des Doms von Cefalù ( Sizilien )757. Dabei wurde die Tradition aus der Zeit der Normannenherrschaft fortgesetzt , Kirchenbauten vor allem an der repräsentativen Eingangsfront mit den charakteristischen geometrischen , norman­ nischen Zierelementen zu versehen , wie aus den erhaltenen Resten der Kathedrale von Foggia und den Kirchen in Termoli und S. Maria in Siponto758 belegbar ist. Erklärt sich in Friedrichs Königreich Sizilien die Verwendung normannischer Schmuckformen schon als Ausdruck der inneren Herrschaftsstruktur759 , so er- folgte der Einsatz dieser charakteristischen Stilmotive in Deutschland allem An- schein nach auch als politisches Signal : Bereits die in den letzten Regierungsjahren Kaiser Heinrichs VI. erbaute Pfalz in Gelnhausen besaß im Inneren des Palas rei- chen normannischen Bauschmuck aus Rundbogen mit Zackenbändern , Wandplat- ten mit Flechtwerkrelief und Säulen mit Fischgrätmusterung760. Auch die etwas jüngere Peterskirche in Gelnhausen besitzt am Südportal normannische Zierfor­ men : Die auf Löwenfiguren ruhenden Gewändesäulen werden von einer Archi- volte mit gestaffeltem Zackenband verbunden ; das rundbogige Tympanon ist mit einem Flechtwerkband umrahmt761. Friedrich II. benutzte zwischen 1215 und 1218 die Pfalz zu Gelnhausen jährlich für seine Aufenthalte762 , in diesem Zeitraum dürfte die Peterskirche entstanden sein. Auch bei der Gestaltung der letzten Ausbauphase des Wormser Kaiserdoms im Bereich des Westchors wurde von charakteristischen normannischen Schmuckfor- men sowohl im Inneren als auch am Außenbau Gebrauch gemacht. Die in Anleh-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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