Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Historische Aufzeichnungen
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 230 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 230 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Bild der Seite - 230 -

Bild der Seite - 230 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Text der Seite - 230 -

Kaiser Friedrich II. in Wien230 Burganlage mit annähernd quadratischem Hof und ebenfalls ungefähr quadratischen Ecktürmen , die zum Flankenschutz teilwei- se über die Kurtinen hinaus vorsprangen. An der südlichen Kurtine konnte im Jahr 2005 in einer Länge von über zehn Metern das ursprüngliche Mauerwerk in Buckelqua- dertechnik mit sorgfältigem Fugenschnitt , Randschlag und zahlreichen Steinmetzzei- chen freigelegt werden ( Abb.  112 )793. Die Burg wies eine Randhausbebauung auf , die einen rechteckigen Hof freiließ794. Der erste substanziell nachweisbare Bauzu- stand der Wiener Hofburg erweist sich damit als viertürmige Kastellburg ( Abb.  113 , 114 ). Dieser Bautypus ist jedoch keineswegs eine Errungenschaft der Regierungszeit Ottokars II. Přemysl , sondern um Jahrzehnte älter : Wie übereinstimmende Unter- suchungen gezeigt haben , entstanden bereits im 3. und 4.  Jahrzehnt des 13. Jahr- hunderts auf Veranlassung Kaiser Friedrichs II. in Italien in rascher Folge mehrere charakteristische viereckige Kastellburgen mit vier um einen Mittelhof gruppierten Gebäudeflügeln und vier prismatischen Ecktürmen. Auf Anordnung Kaiser Fried- richs II. wurde nach diesem Konzept im Jahr 1223 die Burg Caesarea in Celano am Fuciner See erbaut795. Im Jahr 1232 begonnen wurde der Bau des 61 × 62 Meter großen Kastells der von Friedrich II. gegründeten Stadt Augusta ( genannt die Kai­ serliche ) in Sizilien ( Abb.  115 )796 , dessen Errichtung , unter der Leitung des königli- chen praepositus edificiorum Richard von Lentini , neben vier weiteren Kastellbauten ( Syrakus , Caltagirone , Milasso und Lentini ) im Jahre 1239 noch im Gang war797. Ab 1233 erfolgte der Umbau des Hafenkastells von Bari zur viertürmigen Festung. Hier musste , wie bei dem auf 1228 datierbaren Umbau des Kastells von Brindisi , auf den vorhandenen trapezförmigen Grundriss des Altbestandes aus der Zeit der Normannenkönige Rücksicht genommen werden798. Inschriftlich mit 1233 datiert ist die Errichtung des Hafenkastells von Trani799. 1239 wird als Erbauungsjahr für das Castello dell’Imperatore in Prato angegeben , an dessen Erbauung Friedrich von Antiochia , ein Sohn Kaiser Friedrichs II. , florentinischer Podestà und seit 1246 Ge- neralvikar der Toskana , beteiligt war800. Sein Grundriss folgte weitestgehend dem Vorbild des Kastells von Augusta. Abb.  112 : Freigelegtes Buckelquaderwerk im Schwei­ zertrakt der Wiener Hofburg
zurück zum  Buch Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich"
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich