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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Wiener Hofburg – eine spätstaufische Kastellburg 235 schen dem Abendland und dem Ostmittelmeerraum auf kürzestem Weg nach Europa vermittelt wurden. Die Häfen im Königreich Sizilien wie Bari , Brindisi und Messina waren seit dem 12. Jahrhundert als Aus- gangspunkte des Schiffsverkehrs zur Versorgung der Kreuzfahrerbesitzungen im Orient von größter Be- deutung. So ist gewiss auch die in der Architektur der Kreuzfahrer bevorzugte Bauform des Kastells auf dem Nachrichtenweg in Europa neu aktualisiert wor- den. Wenig wahrscheinlich ist dagegen , dass persönli- che Erfahrungen und Wahrnehmungen Kaiser Fried- richs  II. während seinem Kreuzzug von 1229 für die bevorzugte Wahl der Kastellform bei seinen Burgen- neubauten in Sizilien ausschlaggebend waren816. Der im Königreich Sizilien ausgeprägte Kastell- burgentyp wurde in der Folge auch von dem mit Friedrich II. eng verbundenen Deutschen Orden übernommen und bei zahlreichen Neubauten in Preußen und im Baltikum ( Rheden , Heilsberg , Goldingen , Riga ) angewandt817. Auch die bis- her älteste bekannte Kastellburg aus dem 13. Jahrhundert in den Reichsländern nördlich der Alpen – allerdings mit Rundtürmen anstatt viereckigen Ecktür- men ausgestattet – , die Wasserburg Lahr im Geroldsecker Land , war mit großer Wahrscheinlichkeit eine Gründung Kaiser Friedrichs II. Für ihre Datierung wird eine dendrochronologische Bestimmung eines Schalungsbrettes vom Storchen­ turm , dem einzigen erhaltenen der ursprünglichen vier runden Ecktürme , her- angezogen , das auf einen Zeitraum von 1218 bis 1220 verweist. Der Storchenturm besitzt Buckelquaderwerk mit Steinmetzzeichen818 , was auf eine Ausführung durch bauhüttenmäßig organisierte Kräfte hinweist. 1218 weilte Friedrich II. in Strassburg. Dabei ordnete er die nach dem Tode Bertholds V. von Zähringen an das Reich heimgefallenen Zähringischen Güter neu und scheint dabei den Reichs- schultheißen Wölflin mit dem Bau der Burg betraut zu haben819. Ein Charakteristikum der Burgenbauten Friedrichs II. war die Anwendung des Buckelquadermauerwerks. Auch dieses Spezifikum hatte seinen Ursprung in der Antike und findet sich bei Befestigungsanlagen aus hellenistischer Zeit ebenso wie an römischen Stadtmauern , Stadttoren , Kastellen und Nutzbauten ( z. B. Aquä- dukten ). Während in den Gebieten des Reichs nördlich der Alpen – anders als im Mittelmeerraum – die Traditionslinie des Kastellbaus abgerissen war , wurde Abb.  115 : Grundriss der Kastellburg in Augus­ ta ( Sizilien ) nach G. Agnello
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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