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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Kaiser Friedrich II. in Wien236 das Bauelement der Buckelquader von der Antike bis ins Mittelalter ununterbro- chen weiter tradiert. Für seine bevorzugte Anwendung im Burgenbau wurden von der Forschung praktisch-utilitaristische Gründe genannt , wie die Arbeitsersparnis bei der Steinbearbeitung oder die Erschwerung von Angriffen gegen die Mau- ern mittels Sturmleitern820 ; andererseits wurden auch psychologische Momente , wie ein gewisser wehrhafter Abschreckungseffekt oder der Ausdruck machtvoller Repräsentation , in Betracht gezogen821. Einen besonderen Stellenwert hatte Bu- ckelquadermauerwerk im Rahmen der staufischen Kaiserpfalzen ( Eger , Trifels ) , Reichsburgen ( Krautheim , Münzenberg , Wildenberg ) und Burgen des süddeut- schen und elsässischen Adels ( Geroldseck , Lützelburg ). Die reichliche Anwen- dung dieser Bauweise kann geradezu als typische Modeerscheinung der Stauferzeit angesprochen werden822. Verstärkend kam dabei hinzu , dass auch die Burgenbau- kunst der Kreuzfahrer in der Levante reichlich Buckelquaderwerk einsetzte. Da bis ins Hochmittelalter in verschiedenen Gebieten des Reiches noch spätrömische Bauten mit Buckelquadermauern aufrecht standen und diese Mauertechnik auch an antiken Monumenten in Rom allgegenwärtig war , ist nicht auszuschließen , dass die Aktualisierung dieses Motivs auch als Demonstration einer Renovatio Im­ perii in der Machtpolitik der Staufer verstanden werden sollte. So wie der aufwendige , imposante spätromanisch-frühgotische Umbau der Wiener Stephanskirche mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Initiative Fried- richs II. zurückgehen dürfte , scheint auch der Bau einer eindrucksvollen , moder- nen Residenzburg in Wien für den Kaiser von großer Wichtigkeit gewesen zu sein ( Abb. 116 , 117 ). Tatsächlich waren die Zukunftspläne des Kaisers in Bezug auf Österreich bei seinem Aufenthalt von 1237 langfristig konzipiert. Der Kaiser übte die Kontrolle der österreichischen Länder mittels eines Statt- halters von 1237 bis 1239 aus. Am Ende dieses Jahres kam es zu einer Versöhnung mit dem Babenbergerherzog Friedrich dem Streitbaren und zu dessen Rehabilitie- rung und Wiedereinsetzung. Dieser wurde allerdings nun in die Hausmachtpläne des Kaisers mit einbezogen. Der Kaiser stellte dem Herzog in Aussicht , Öster- reich zu einem Königtum innerhalb des Reichsverbandes nach dem Vorbild von Böhmen zu erheben. Mit dem Plan verbunden war die Absicht des verwitweten Kaisers , Gertrud von Babenberg , eine Nichte des Herzogs , zu heiraten und den kinderlosen Babenberger womöglich zu beerben. Auch nach dem Tod Friedrichs des Streitbaren im Jahre 1246 setzte der Kai- ser seine auf Österreich bezogenen Pläne weiter fort. Er verfügte persönlich über die neuerlich heimgefallenen Reichslehen Österreich und Steiermark , behielt die-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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