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Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren
DIE BAUTÄTIGKEIT UNTER
HERZOG FRIEDRICH II. DEM
STREITBAREN
Nachdem der Kaiser im April 1237 Wien verlassen hatte , strebte der abgesetzte
Babenbergerherzog Friedrich der Streitbare verstärkt danach , seine Länder wie-
der unter seine Kontrolle zu bringen. Er wehrte einen Einfall kaiserlicher Trup-
pen aus der Steiermark ab und eroberte danach fünf Burgen. Inzwischen hatte
der verschärfte Konflikt zwischen Papst und Kaiser zur Formierung einer papst-
treuen antistaufischen Partei geführt , für die der päpstliche Legat Albert von
Beham intensiv warb. Am 20. März 1239 wurde Kaiser Friedrich II. vom Papst
erneut gebannt , wodurch seine Untertanen ihres Treueeides entbunden wurden.
Daraufhin versuchte der Babenberger , Wien in Besitz zu nehmen , und belager-
te die Stadt , in der der kaiserliche Prokurator Konrad von Nürnberg amtierte.
Unter diesem Druck kam es durch Vermittlung des Salzburger Erzbischofs und
des Hochmeisters des Deutschen Ordens , eines Schwagers Herzog Friedrichs , zu
Verhandlungen mit dem Kaiser , die für den Babenberger zum Erfolg führten.
Durch die Aussöhnung mit dem Kaiser kam Friedrich der Streitbare jetzt zwar
selbst unter den Kirchenbann , gebannt waren gleichzeitigaber auch die Erz-
bischöfe von Salzburg und Mainz und die Bischöfe von Passau , Regensburg und
Freising , die nicht vom Kaiser abfallen wollten. Das Ergebnis war die Wieder-
einsetzung Friedrichs von Babenberg als Herzog von Österreich und Steiermark
und dessen Rehabilitierung , die in einem Brief des Kaisers an den Babenberger
im Juni 1240 erfolgte. Die Stadt Wien hatte sich inzwischen schon im Dezember
1239 ergeben. Obwohl Friedrich der Streitbare die kaiserliche Goldbulle , die der
Stadt die Reichsunmittelbarkeit verliehen hatte , außer Kraft setzte , verzichtete
er auf weitere Sanktionen , vielmehr gewährte er gleich nach seinem Einzug in
Wien dem vom Kaiser stets geförderten Deutschen Orden und dem Heiliggeist-
spital in Wien Privilegien und erteilte 1244 Wien ein neues Stadtrecht827. Im
Juni 1240 versöhnte sich Herzog Friedrich auch mit Bischof Rüdiger von Passau ,
den er zu Beginn der Auseinandersetzungen mit dem Kaiser sogar vorüberge-
hend gefangengenommen hatte. Der Herzog nahm nun den Bischof , seine Leute
und seine Besitzungen sogar unter seinen besonderen Schutz und versprach , die
Interessen des Bischofs besonders zu fördern. Der Bischof entsprach daraufhin
der Bitte des Herzogs , die Pfarre St. Stephan in Wien mit dem Protonotar des
Herzogs , Leopold , nachzubesetzen828.
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Titel
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Autor
- Mario Schwarz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur