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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren242 dessen Mutterkloster Heiligenkreuz zu , das sein Urgroßvater Markgraf Leopold III. gegründet hatte. Von dort hatte es bereits Klagen gegeben , dass das Kloster vom Landesfürsten vernachlässigt worden war. Schon 1209 hatte Heiligenkreuz beim Generalkapitel des Zisterzienserordens die Aufgabe der bisherigen Abtei und ei- ne Übersiedlung nach Ungarn beantragt , wo Heiligenkreuz bereits Tochterklöster besaß831. Seit 1142 , als Herzog Leopold IV. in capitulo beigesetzt wurde , diente der Kapitelsaal von Heiligenkreuz als Grablege der Babenberger. Mit Leopold V. ( gest. 1194 ) und Friedrich I. ( gest. 1198 ) wurden noch vor 1200 zwei weitere österreichi- sche Landesfürsten im Kapitelsaal von Heiligenkreuz beigesetzt. Gute Beziehun- gen hatte das Stift zur Sekundogenitur der Babenberger , den sogenannten Herzogen von Mödling , die dem Kloster Stiftungen zukommen ließen und Heiligenkreuz als Grablege benützten , mit Herzog Leopold VI. dagegen verfeindet waren832. Friedrich der Streitbare erwies sich den Klagen des Klosters Heiligenkreuz gegenüber aufgeschlossen und ließ den Zisterziensern bald nach seinem Regie- rungsantritt im Jahre 1230 verstärkt Förderung zukommen , sodass das Kloster im Jahre 1235 vom Generalkapitel des Ordens bereits wieder als domus abundans bezeichnet wurde833. Nach Meinung von Karl Oettinger fasste Herzog Fried- rich schon 1230 den Beschluss , den Kapitelsaal von Heiligenkreuz baulich zu erweitern und zu einer repräsentativen Familiengrablege der Babenberger um- zugstalten ( Abb.  119 )834. Die Vergrößerung erfolgte durch Versetzung der Ost- mauer um die Breite einer Gewölbetravée , was eine Verbreiterung des gesamten Osttrakts des Klosters nach sich zog. Wie Sibylle von Hauser-Seutter ausführte , kam es frühestens 1236 zur Umbettung der im Vorgängerbau bestatteten Ba- benberger und zur Überführung der Überreste anderer Familienmitglieder , die in Klosterneuburg beigesetzt gewesen waren835. Der Kapitelsaal wurde als dreischiffig-dreijochige kreuzrippengewölbte Halle auf achteckigen Pfeilern ge- staltet836. Die Pfeiler besitzen oktogonale Basen und Kapitelldeckplatten , die über die mit Blattknospen besetzten Kapitellfriese weit vorkragen. Die aus brei- ten Gurten herausgearbeiteten Birnstabrippen laufen im Tas-de-Charge-System gepflockt an den Kämpfern an , wandseitig ruhen sie auf Konsolen mit Knos- penbesatz. Die Gewölbe steigen im Stich leicht kuppelig zum Scheitel an. An der Ostseite des etwas schmäleren Mittelschiffs befindet sich ein großes Rund- fenster in einer flachen spitzbogigen Wandnische. Im linken und rechten Schiff gibt es je ein nach innen und ein nach außen abgeschrägtes Rundbogenfenster. Vom Kreuzgang her führt ein abgestuftes Rundbogenportal mit monolithischen Rotmarmorsäulen zwischen Biforienfenstern in den Kapitelsaal. Die Portalsäu-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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