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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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247Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren terkirche hinab , die es den Mönchen ermöglichte , zum Stundengebet am frühen Morgen direkt vom Schlafsaal in die Kirche zu gelangen. 1879 wurde von Archi- tekt Wilhelm Neumann anstelle dieser mittelalterlichen Stiege eine neue Treppen- anlage errichtet. In der Polygonalform der Pfeiler und in der Kämpfer- und Konso- lenbildung besitzt die Halle des Dormitoriums enge Übereinstimmungen mit den Bauformen des Kapitelsaals. Gemeinsam mit den neuen Klostergebäuden , die an der Südseite auch noch das Calefactorium und das Refektorium mit einschlossen , wurde – so wie in Lilien- feld – der Bau einer prachtvollen Kreuzganganlage unternommen839. Diese um- fasst in ost-westlicher Richtung neun , in nord-südlicher Richtung acht annähernd quadratische Gewölbejoche , sodass sich zum Kreuzganghof 7 × 6 Arkadenjoche öffnen ( Abb.  121 ). Die Kreuzrippengewölbe der Gangflügel ruhen an der Fenster- seite auf gebündelten Diensten , wandseitig auf Konsolen. Die Gewölberippen be- sitzen aus breiten Gurten herausgearbeitete , beidseitig gekehlte Stäbe , die entweder gerundete , angespitzte oder abgeflachte Vorderseiten aufweisen. Die Anwölb linge sind im Tas­ de­ Charge­ System gearbeitet. Die gewölbetragenden Konsolen an den Gangwänden besitzen polygonale Kämpferplatten. Die Kämpfergesimse der fens- terseitigen Dienstbündel sind aus abwechselnd gerade und schräg gestellten recht- eckigen Kapitelldeckplatten gebildet. Akzentuiert ausgeschieden sind die Eckjo- che der Anlage : Sie besitzen Scheidbogen mit verdoppelten Rippenprofilen. Zum Kreuzganghof sind die Seitenwände der Kreuzganganlage in mehrteilig gegliederte Fensterflächen aufgelöst. Die Joche der Fensterseiten sind außen durch Strebepfeiler getrennt. In jedem Joch befindet sich an der Festerwand ein über- greifender Spitzbogen , dem in unterschiedlicher Weise Säulenarkaturen eingefügt sind. Dabei unterscheidet man additive Aneinanderreihungen von Fensteröffnun- gen wie am Nordflügel und divisiv gegliederte Fensterwände ; man findet paar- weise angeordnete Fenstersäulen sowie einzelstehende oder in Quincunx­ Form ge- bündelte Arkadensäulen. Im Ost- , Süd- und Westflügel stehen die fensterseitigen Dienstbündel der Kreuzganggewölbe auf Postamenten. Die Arkadensäulchen an allen Fensterwänden ruhen auf gleicher Höhe auf den Parapetmauern. Im Nordflügel ( Abb.  124 , 125 ) sind sämtliche Fensterjoche durch vier Rundbo- genarkaden mit Zwillingssäulchen gegliedert. In den Bogenfeldern befinden sich jeweils drei Rundfenster auf gleicher Höhe , von denen das mittlere etwas größer ist. Da der Nordflügel die Funktion des Lektionsgangs für liturgische Lesungen hatte , gab es hier eine durchgehende Sitzbank an der Fensterseite , und die Öff- nungen zum Kreuzganghof waren mit Grisaillefenstern verglast.
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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