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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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249Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren Rundbögen je zwei Spitzbogenarkaden einge schrieben sind. Die mittleren Ar- kadensäulchen sind so wie im Südflü- gel in Quincunx-Form gebündelt. Im Vergleich mit den eng verwand- ten Kreuzgängen von Zwettl und Lilienfeld ist die Anlage von Heili- genkreuz die ausgereifteste840. Zur Wandgliederung wurde sowohl die additive Reihung von Zwillingssäulchen wie in Lilienfeld ausgeführt , als auch das divisive Prinzip wie in Zwettl angewandt. Der reiche Einsatz von Rotmarmorsäulen folgte dem Vorbild von Lilienfeld und ging wohl auf den Wunsch des fürstlichen Stif- ters Herzog Friedrich des Streitbaren nach dem Vorbild seines Vaters Leopold VI. zurück. So wie in Lilienfeld sind auch in Heiligenkreuz enge Bezugnahmen auf das Vorbild des südfranzösischen Zisterzienserklosters Fontfroide erkennbar , ins- besondere in der gleichartigen Anordnung von drei Rundfenstern in den Jochbo- gen sowie in der Anordnung von Zwillingssäulen. Die consecratio totius monasterii erfolgte am Sankt­ Peter­ und­ Pauls­ Tag ( dem 29. Juni ) des Jahres 1240 im Beisein Herzog Friedrichs841 und markierte den Abschluss der Bauarbeiten an Kapitel- saal , Fraterie , Dormitorium und Kreuzgang. 1244 erfolgte noch eine weitere Stiftung des Herzogs an das Kloster. Nördlich vom Querschiff der Klosterkirche wurde die Capella S. Crucis errichtet , die den Grundriss eines lateinischen Kreuzes hatte. Durch die Lage der Kapelle vor der Porta Mortis und im Bereich des Mönchsfriedhofs ist ihr Untergeschoss wohl als das Ossarium jenes Karners ( Abb.  24 , 123 ) zu identifizieren , den Herzog Fried- rich II. von Österreich im Jahre 1244 zu errichten gelobte842. Das Erdgeschoss der Kapelle war dagegen für die kultische Verehrung jener großen Kreuzpartikel be- stimmt , die Herzog Leopold V. im Jahre 1182 von seiner ersten Pilgerfahrt nach Je- rusalem mitgebracht und 1188 anlässlich des Taidings von Mautern dem Stift Hei- ligenkreuz geschenkt hatte. Herzog Friedrich der Streitbare schenkte dem Kloster eine weitere kostbare Reliquie , nämlich jene Partikel der Dornenkrone Christi , die er von König Ludwig IX. von Frank- reich erhalten hatte und für deren Aufbewahrung er noch kurz zuvor Abb.  123 : Untergeschoss der Kreuz kapelle ( Kar­ ner ) im Stift Heiligenkreuz , Innenansicht Folgende Doppelseite: Abb.  124 : Nordostecke des Kreuzgangs im Stift Heiligenkreuz , Innenansicht
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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