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Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem
Streitbaren254
sau das Kloster. 1235 war ein Neubau der Klosterkirche im Gange. Bischof Rüdi-
ger von Passau sollte die Einweihung einer bereits fertiggestellten Kapelle dieser
Kirche durchführen , als kurz davor ein Brand ausbrach , der Kirche und Kloster
einäscherte847. Propst Bernhard ( reg. 1224–1240 ) begann jedoch sofort nach dem
Unglück mit den Reparaturarbeiten am Kloster und dem Bau einer neuen Kirche.
Herzog Friedrich der Streitbare half dem Stift 1241 und 1243 durch Erneuerung
früherer Begünstigungen848 , ebenso erwies sich 1244 Bischof Rüdiger von Passau
als hilfreich849. Gundaker von Starhemberg , ein Freund des Propstes und des Klos-
ters , zugleich aber einer der treuesten Gefolgsleute Friedrichs des Streitbaren850 ,
stiftete für den Wiederaufbau Marmor aus seinem Steinbruch zu Hornbach und
beschenkte darüber hinaus das Kloster 1240 und 1244851. Doch – wie die Chronik
berichtet – schon war das Gewölbe des Chors vollendet , als aus Versehen des Bauführers
plötzlich , nachdem sich die Arbeiter kaum entfernt hatten , die Kirche zusammenstürz
te … Zum Überflusse brach noch Feuer aus , welches auch den unbeschädigten Theil des
Hauses verwüstete852. Diese Katastrophe ereignete sich in der Regierungszeit des
Propstes Dietmar ( 1240–1250 )853.
Von dem nach 1235 begonnenen und vor 1250 zugrunde gegangenen Bau854
ist eine kleine Chorkrypta mit polygonalem Ostabschluss erhalten geblieben
( Abb. 129 a und b )855 , der im Grundriss aus fünf Seiten eines Zehnecks kons-
truiert ist. Teilweise überdeckt von späteren Substruktionen für die bestehende
Klosterkirche sind die polygonalen Wandpfeiler des Rippengewölbes der Krypta
erhalten. Die schmalen Rundbogenfenster mit Trichterlaibung gleichen – wie be-
reits erwähnt – dem freigelegten Fenster der Wiener Hofburg ( Abb. 111 b , 130 b ).
An den Wänden hat sich rote Fugenmalerei auf weißem Grund , ähnlich wie in
Abb.
130 a und b : Krypta der Stiftskirche
St. Florian. Wandvorlage und Rundbogen
fenster
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Titel
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Autor
- Mario Schwarz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur