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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren260 dern der Benediktinerklosterkirche Třebič in Mähren ( Nordportal , Ostfenster ) ausgeführt worden. Wahrscheinlich waren es am Umbau der Stephanskirche in Wien beschäftigte Steinmetzen , die um 1240 von Herzog Friedrich II. zur Aus- führung kleinerer Nebenaufgaben , wie der Gestaltung des Nordportals von Kleinmariazell , eingesetzt wurden. Noch während seiner Entmachtung und Ächtung durch den Kaiser scheint es Friedrich dem Streitbaren gelungen zu sein , sich Bauspezialisten nach Wie- ner Neustadt zu holen , um auch hier , an der vom Babenbergerherzog Leopold V. gegründeten Pfarrkirche Unserer Lieben Frau , ein prachtvolles Tor zu schaf- fen , das mit dem Wiener Riesentor von St. Stephan in Konkurrenz treten konn- te ( Abb.  134 ). Anlass dazu war vermutlich die Hochzeit der Schwester Herzog Friedrichs , Gertrud von Babenberg , mit dem mächtigen Landgrafen Heinrich Raspe von Thüringen , die im Februar 1238 in der Liebfrauenkirche stattfand. Karl Lechner war der Meinung , dass die überlieferte Bezeichnung dieses Por- tals als Brauttor auf diese denkwürdige Hochzeit zurückgeht873. Das Tor be- findet sich an der Südseite des Langhauses der Kirche und ist in einen flachen Portalvorbau eingetieft. Sein Stufengewände enthält an jeder Seite drei mono- lithische Säulen , dazwischen Zierleisten an Pfostenkanten und Archivolten in zwei Varianten geometrisch skulptierter normannischer Schmuckbänder. In der inneren Stufe sind dies gegenständige Dreiecke über einem eingelegten Rund- stab , an der äußeren Stufe befindet sich ein flaches , gestaffeltes Zickzackband mit einer diamantierten Leiste. Ganz außen wird das Portal von einem Rundbo- genfries eingerahmt , der im Archivoltenbereich knapp links vom Bogenscheitel eine auffallende Unregelmäßigkeit aufweist. Links und rechts wird das Brauttor jeweils von einer zweiteiligen Sitznische flankiert , die eine Mittelsäule zwischen Dreipassbogen unterteilt. Die Bogen der Blendarkaden dieser Sitznischen weisen einen Kugelschmuck auf. An den Portalsäulen erscheinen sowohl Knospenkapi- telle als auch Kapitellfriese aus verschlungenem skulptiertem Blattwerk. So wie das Riesentor der Wiener Stephanskirche war auch das Brauttor der Pfarrkirche von Wiener Neustadt farbig gefasst : Die Säulen und Rundstabarchivolten wie- sen eine gelbe ( Gold repräsentierende ) Fassung auf , die geometrischen Zierleis- ten waren in Rot , Purpur und Violett gehalten. Obwohl am Brauttor gleichsam demonstrativ auch normannische Schmuckformen eingesetzt sind , zeigen diese im Detail durchaus nicht die gleiche raffinierte Durcharbeitung wie die geome- trischen Muster am Wiener Riesentor oder auch am Nordportal von Kleinma- riazell. Sie gleichen in ihrer attributiven Anwendung vielmehr der Stilhaltung
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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