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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren272 DIE GRENZBEFESTIGUNGEN Hainburg – Wiener Tor , Bruck an der Leitha , Ebreichsdorf , Pottendorf , Ebenfurth , Wiener Neustadt Der Bau der Wiener Hofburg war allem Anschein nach Teil eines größer angeleg- ten , von Kaiser Friedrich II. geplanten Burgengürtels zur Befestigung der Reichs- grenze gegen Ungarn906. Bestände von Bausubstanz des 13. Jahrhunderts in den niederösterreichischen Burgen von Bruck an der Leitha907 , Ebreichsdorf908 , Pot- tendorf 909 und Ebenfurth910 lassen erkennen , dass zwischen den bereits vorhan- denen befestigten Städten Hainburg und Wiener Neustadt eine Verteidigungslinie aus Kastellen aufgebaut werden sollte , die vor allem Angriffe aus der Ödenburger Pforte südlich des Leithagebirges abzuwehren vermochte. In dieser Gruppe befin- den sich Kastellburgen von exakt regelmäßigem Grundriss neben unvollkommen entwickelten Anlagen mit nur drei Flankentürmen ( Pottendorf ) oder nur zwei Türmen ( Ebreichsdorf ) , wie sie aber auch in Süditalien vorkommen ( Melfi , Brin- disi , Gioia del Colle ). Sämtliche Anlagen besitzen allerdings einen rechteckigen Binnenhof. Eine in ganz ähnlicher Weise strategisch motivierte Aneinanderrei- hung von Burgen erkennt man bei den Kastellen Friedrichs II. in Apulien. Besonders enge Affinität zur Baukunst des Staufers in seinem Königreich Sizi- lien besitzt das Wienertor in Hainburg ( Abb.  143 ) , das als eigenständige Torburg an der Westseite der unter Herzog Leopold VI. errichteten Stadtbefestigung er- baut wurde. Wie abgetreppt verlaufende Baufugen erkennen lassen , hatte man bei der Errichtung der Stadtmauer große Baulücken offen gelassen , um noch nach- träglich Stadttore oder weitere Befestigungstürme einbauen zu können911. Die mit zwei halbrund vorspringenden Tortürmen gestaltete Anlage ist eng vergleichbar mit dem Stadttor von Capua , welches Friedrich II. zwischen 1233 und 1240 an der Nordgrenze seines sizilischen Reiches zur Befestigung der Brücke über den Voltur- no erbauen ließ912. So wie die viertürmigen Kastellburgen leitete sich der Typus des zweitürmigen Stadttors von Vorbildern der römischen Antike ab , wie er so- wohl in Rom ( Porta Ostiensis ) als auch in Reichsstädten ( Trier , Porta Nigra ) noch anschaulich erhalten war. Die Bauform , die sich auf der Grundlage spätantiker und byzantinischer Überlieferung auch im Ostmittelmeerraum bis ins Mittelal- ter weiter tradiert hatte , wie die von armenischen Bauleuten errichteten Stadttore von Kairo ( Bab el-Futuh913 ) zeigen , wurde um 1200 zunächst in Frankreich unter
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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