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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 276 -
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Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren276 weisen zahlreiche Steinmetzzeichen auf919. Die zweijochig gegliederten Seitenräu- me in den Halbrundtürmen besitzen Kreuzrippengewölbe mit abgefasten Ban- drippen , die allerdings erst nachträglich in das Bruchsteinmauerwerk der Innen- struktur des Tors eingefügt worden sind. Das Stadttor blieb zunächst unvollendet. An einer markanten horizontalen Baufuge , die mitten durch die Höhe der oberen Schießscharten verläuft , bricht das sorgfältig gefügte Buckelquaderwerk ab. Der Torbau ist über dieser Fuge aus Bruchsteinmauerwerk fortgesetzt und vollendet worden. Der dendrochronologische Befund zweier Tannenholzbalken , die im Obergeschoss der Torhalle gefunden wurden , weist darauf hin , dass die Fertig- stellung des Tors , bei dem an der Außenseite auch noch ein Zwinger vorgebaut wurde , frühestens 1264 / 1265 erfolgt ist920. Der projektierte Gürtel von Grenzbefestigungen gegen Ungarn setzte sich südwestlich von Hainburg zunächst in Bruck an der Leitha fort. Dort war unter den Haslauern als landesfürstlichen Ministerialen Leopolds VI. neben einer Alt- siedlung eine neue Stadtanlage über rechteckigem Grundriss mit regelmäßiger , rasterförmiger Parzellierung nach dem Vorbild von Wiener Neustadt gegründet worden , die 1235 erstmals urkundlich erwähnt wird921. Allem Anschein nach soll- te in der Nordostecke der Stadt eine viereckige Kastellburg mit vier Ecktürmen errichtet werden , von der tatsächlich allerdings nur der südwestliche Heidenturm und der südöstliche Kapellenturm ausgeführt wurden922. Adalbert Klaar verglich die städtebauliche Lage der Stadtburg mit der Wiener Hofburg und datierte den Heidenturm der Anlage aufgrund seines Kreuzrippengewölbes auf Knospenkapi- tellen in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts ; in weiteren Mauerresten erkann- te Klaar die Anlage einer regelmäßigen Vierkantburg des 13. Jahrhunderts923. Die beiden bis heute erhaltenen Türme besitzen quadratischen Grundriss , der Heiden­ turm weist an seiner Außenseite noch das ursprüngliche Buckelquaderwerk auf. Im ersten Obergeschoss des Heidenturmes befindet sich ein kreuzrippengewölb- ter Saal , dessen polygonale Pilastervorlagen auf hohen Postamenten mit Knos- pen- und Blattwerkkapitellen ausgestattet sind. Die abgefasten Bandrippen des Kreuzgewölbes laufen zu einem skulptierten Schlussstein zusammen. Aufgrund seiner Stilformen wurde dieser Raum mit dem sogenannten Schatzgewölbe der Burg Starhemberg , die von Herzog Friedrich dem Streitbaren ab 1240 ausgebaut wurde924 , aber auch mit Anlagen der Klosterbaukunst in Österreich aus dieser Zeit , wie dem Dormitorium von Heiligenkreuz , verglichen925. Analoge Bezüge sind auch zum Rittersaal der Burg Lockenhaus zu erkennen. Diese , urkundlich unter dem Namen Leuca erstmals 1242 genannte , Anlage bildete als Grenzbefes-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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