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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren280 den934. Die Anwendung von Buckelquadermauerwerk und die vielfach erhaltenen Steinmetzzeichen weisen auf eine bauhüttenmäßig organisierte Abwicklung des Errichtungsbefehles hin. Indizien , die auf ein Mitwirken von Zisterzienserbauleu- ten bei dem Bauprojekt der Kastellburgen hinweisen , entsprechen Nachrichten , die wir über die Burgenbauten Friedrichs II. in Süditalien besitzen935. Zwischen 1237 und 1239 hatten die vom Kaiser in Österreich eingesetzten Statthalter für die Durchführung der Bauarbeiten zu sorgen , ab 1240 konnte der Kaiser sein Vor- haben an den nun zum Verbündeten erhobenen Babenbergerherzog delegieren. Indem der Kaiser mit der für Friedrich den Streitbaren in Aussicht gestellten Kö- nigswürde an den Ehrgeiz und das Geltungsbewusstsein des zuvor entmachteten und gedemütigten Herzogs appellierte , gewann er diesen dafür , sich das kaiser- liche Konzept nun selbst zueigen zu machen und es weiter zu verwirklichen. Die Befestigung der Ostgrenze Österreichs lag jetzt im eigenen Interesse des Baben- bergers. Die häufigen Auseinandersetzungen mit Ungarn936 und die drohende Gefahr des Vorstoßes der Mongolen mögen Friedrich den Streitbaren noch zusätz- lich motiviert haben , das kaiserliche Bauprogramm voranzutreiben. Kaiser Friedrich II. wußte um den möglichen propagandistischen Wert großer architektonischer Leistungen937 : So könnte der repräsentative Bau des Wienertors in Hainburg , der Stadt an der Reichsgrenze , unter deutlicher Bezugnahme auf das Brückentor von Capua bereits auf seine ersten Baumaßnahmen ab 1237 zu- rückgehen. Noch dazu würde es dem in Sizilien feststellbaren Grundsatz Fried- richs II. entsprechen , zunächst die bereits vorhandenen Befestigungsanlagen wehrfähig instand zu setzen938. Ebenso aber ist es vorstellbar , dass nach der Aus- söhnung des Kaisers mit dem Herzog von Österreich dieser in Aneignung der kaiserlichen Bauvorbilder das Tor der Grenzstadt hat errichten lassen. Auch aus dieser Sicht wäre eine architektonische Anlehnung an den Repräsentationsbau Kai­ ser Friedrichs  II. in Capua … nicht zufällig939. Wenn das Unternehmen der Grenzbefestigungen 1246 beim Tod Friedrichs des Streitbaren noch nicht vollendet war , so konnte es der Kaiser neuerlich durch die von ihm eingesetzten Statthalter fortgesetzt haben , weiterhin im Interesse seiner Hausmachtpläne , die nun auch seinen Enkel Friedrich miteinbezogen. Erst der Tod des Kaisers im Jahre 1250 setzte dem Vorhaben , Land und Herrschaft mit ebenso wirkungsvollen wie repräsentativen baulichen Mitteln zu befestigen , ein plötzliches Ende. Dieses aber ist an den aufgezeigten Bauten überall als deutliche Zäsur erkennbar.
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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