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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Das Wiener Bistumsprojekt und Jerusalem­ Bezüge 281 DAS WIENER BISTUMSPROJEKT UND JERUSALEM-BEZÜGE Wien – Virgilkapelle Im Jahr 1972 wurden im Zuge der Vorbereitungen des Wiener U-Bahn-Baus ar- chäologische Untersuchungen im Bereich des Wiener Stephansplatzes durch- geführt940. Man begann mit den Ausgrabungen der Fundamente der einstigen Maria­ Magdalena­ Kapelle südwestlich der Stephanskirche , die 1781 abgebrochen worden war. Einst lag diese Kapelle inmitten des Friedhofs , der die Stephanskir- che umgab und der bis 1732 bestand. Die Grabungen brachten eine ehemalige Krypta unter der Kapelle mit außergewöhnlicher Grundrissform zum Vorschein , nämlich einen Nischenraum mit je einer flachbogig abgeschlossenen Apsis im Os- ten und im Westen sowie mit je zwei derartigen Apsiden an den Längsseiten im Norden und im Süden ( Abb.  147 ). Die Krypta besaß ursprünglich zweijochig ge- gliederte , auffallend steile Kreuzgewölbe mit abgefasten Bandrippen auf Konso- len , die aber in einer zweiten Bauphase teilweise abgetragen wurden. Die Apsis- nischen der Krypta sind mit Spitzbogentonnen überwölbt ( Abb.  148 , 149 a und b ). Über einem Absatz in Kämpferhöhe springen die Mauern der Nischenbogen und Gewölbe beträchtlich zurück. Der unterirdische Raum besitzt einen Lehmstampf­ boden , in den zwei kreisrunde Vertiefungen eingelassen sind. In einer späteren Ausbaustufe wurde in die Anlage ein Zwischengeschoss ein- gezogen , indem über dem östlichen Joch ein Kreuzrippengewölbe von tieferer Scheitelhöhe errichtet wurde. Die Kapelle erhielt ein beträchtlich erhöhtes Fuß- bodenniveau , und darunter wurde – halb über dem Erdbodenniveau und halb ver- senkt – ein niedriges Untergeschoss geschaffen. Im Westen bestand eine vertikale Kommunikation mit dem zuunterst gelegenen Nischenraum , dessen östliches Rip- pengewölbe entfernt worden war. An dieser Stelle wurde ein steinerner Pfeiler mit quadratischem Querschnitt errichtet , der als Spindel einer hölzernen Wendeltrep- pe gedient haben dürfte , welche den Abstieg in das Untergeschoss ermöglichte941. In den Quellen wird die Kapelle 1320 als neuer Karner bezeichnet und 1352 Maria­ Magdalena­ Kapelle genannt. Die Funktion als Karner ist durch die Lage im Bereich des Sankt­ Stephans­ Friedhofs und durch die unterirdischen Räume , die als Ossarium verwendet werden konnten , erkennbar. Die Kapelle beinhal- tete mehrere Altäre. Jener der hl. Maria Magdalena war die Andachtsstätte der 1308 genannten Schreiberzeche – einer frommen Bruderschaft der Wiener Nota- re. 1370 wird ein Niklasaltar genannt , 1381 ein Liebfrauenaltar und ein Katha­ rinenaltar. Später hatte in dieser Kapelle die Gottesleichnamsbruderschaft ihren
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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