Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Historische Aufzeichnungen
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 283 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 283 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Bild der Seite - 283 -

Bild der Seite - 283 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Text der Seite - 283 -

Das Wiener Bistumsprojekt und Jerusalem­ Bezüge 283 Es gibt gute Gründe zur Annahme , dass der Nischenraum auf dem Stephans- platz nicht schon ursprünglich als Ossari­ um eines Karners , also eines Sekundärbe­ gräbnisses für Gebeine aus aufgelassenen Gräbern des Friedhofs , gedient hat. Die Wände des verputzten Raums waren mit verhältnismäßig aufwendigen Wandma- lereien versehen : Dunkelrot aufgemalte Fugeneinteilung sollte dem Raum den Charakter eines Quaderbaus verleihen , wie dies etwa auch in der Krypta von Ardagger angestrebt wurde. In jeder der sechs Nischen befindet sich im Bogen- bereich jeweils ein gemaltes Rundme- daillon mit einem großen Kreuz , das von einem Kranz geometrischer Zierbänder umgeben ist ( Abb.  148 , 149  a ). Diese Ma- lereien zeigen die gleichen normannischen Muster , wie sie in der Bauplastik des Riesentors der Stephanskirche vorkom- men , und zwar Bänder gleichschenkeli- ger Dreiecke , gestaffelte Zackenstreifen ( Dog­ teeth­ Bänder ) und Fischgrätmuster ( Chevron­ Bänder ). In ge ringen Resten sind auch figürliche Wandmalereien er- halten950. Wie Marlene Zykan feststellte , können die Kreuzmedaillons wegen ih- rer monumentalen Größe nicht als Weihekreuze angesprochen werden , wie sie bei der Konsekration einer Kirche an zwölf Stellen zur Salbung im Andenken an die Zwölf Apostel angebracht werden951. Vielmehr ist nach einem speziellen Zweck für die offensichtlich repräsentative ursprüngliche Ausstattung dieses Nischen- raums zu fragen. Einen Hinweis lieferte eine naturwissenschaftliche Beobachtung : Wie Maria Firneis nachweisen konnte , besitzt die Längsachse des Untergeschosses der Maria­ Magdalenen­ Kapelle genau die Ausrichtung nach dem Sonnenaufgang am Festtag des heiligen Koloman , dem 13. Oktober. Wie vielfach nachgewiesen werden konn- Abb.  148 : Innenansicht der „Virgilkapelle“ auf dem Stephans­ platz in Wien
zurück zum  Buch Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich"
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich