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Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem
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lassen , als die Mongoleninvasion Ungarn erreichte965. Offenbar gelang es Herzog
Friedrich II. von Österreich , diese Baukünstler sogleich in seine Dienste zu neh-
men , als er seine Residenzburg Starhemberg ausbaute. Obwohl es aus dieser Zeit
in Mitteleuropa eine ganze Reihe reich mit geometrischem Bauschmuck im nor
mannischen Stil gestaltete Portale gibt , als deren bedeutendstes das Riesentor der
Wiener Stephanskirche anzusehen ist , besitzt keines dieser Werke so enge , wörtli
che Übereinstimmung mit Ják wie das Tullner Kapellenportal. Richard Kurt Do-
nin966 und Fritz Novotny967 wiesen auf die enge stilistische Verwandtschaft der
Tullner Relieffigur mit den Apostelfiguren der Westfassade in Ják hin.
Als Stifter eines so aufwendigen Bauwerks wie des Tullner Karners kommt zu
dieser Zeit in Österreich – außer dem Bischof von Passau , auf dessen Eigengrund
der Karner stand – nur der Landesfürst in Betracht. Herzog Friedrich der Streit-
bare hatte sich 1240 mit Bischof Rüdiger von Passau ausgesöhnt und verfolgte
nun gemeinsam mit diesem kirchenpolitische Ziele wie die Errichtung von Suff-
raganbistümern in Wien und Kremsmünster. Wie eine Beschreibung des Tullner
Abb.
151 : Karner in Tulln , Detail des Kapellenportals
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Titel
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Autor
- Mario Schwarz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur