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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Herzog Friedrich II. dem Streitbaren296 Das Kloster von Šáhy / Ipolyság war eine von drei Klosterstiftungen des zur Ar- padenzeit in Ungarn mächtigen Hont-Pázmány-Geschlechtes. Die Gründung des Klosters kann frühestens 1224 erfolgt sein , die Weihe der Klosterkirche spätestens 1241979. Als es im April 1241 zu einer massenhaften Flucht der ungarischen Bevölke- rung vor der Mongoleninvasion nach Österreich kam und auch König Bela IV. nach der schweren Niederlage der Ungarn am Fluss Sajó bei Miskolc nach Österreich flüchtete , scheinen nicht nur die Baukünstler der normannischen Schule , die bis zu- letzt in Ják am Portal der Klosterkirche gearbeitet hatten , nach Österreich gekom- men zu sein , wo sie rasch in die Dienste Herzog Friedrichs des Streitbaren traten , wie man an ihren charakteristischen Stilmerkmalen am Palas der Burg Starhemberg und noch stärker am Tullner Karner erkennt. Auch die französischen Stilvorbildern verpflichteten Künstler des Portals von Šáhy scheinen auf diesem Weg nach Wien gekommen zu sein und wurden vom Herzog bei den zu dieser Zeit in Gang be- findlichen Fertigstellungsarbeiten an der Michaelerkirche eingesetzt , zu denen das West- und das Nordportal gehörten. Ihr Hauptwerk war die Gestaltung des Tym- panonreliefs für das nördliche Seitenschiffportal. Der Rahmen dieses Portals wur- de offensichtlich von lokalen , einheimischen Kräften angefertigt : Seine Profile und Proportionen sind mit dem Südportal der Dominikanerkirche in Krems980 , dem Südportal der Kollegiatsstiftskirche Ardagger981 ( vor 1241 ) sowie dem Südportal der Stiftskirche Kremsmünster982 vergleichbar , was eine Datierung in die Regierungs- zeit des letzten Babenbergers bestätigt. So wie an den in verschiedenen Stilvarianten durchmischten Kapitellen der Michaelerkirche erkennt man auch aus der Unein- heitlichkeit des Nordportals , dass bei den Bau- und Ausstattungsarbeiten Künstler unterschiedlicher Herkunft und Stilorientierungen Seite an Seite arbeiteten. Abb.  158 : Tympanon des nördlichen Seitenschiffportals der Michaelerkirche in Wien
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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