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Das Erbe der Babenberger 303
DIE BAUTÄTIGKEIT UNTER
OTTOKAR II. PŘEMYSL
DAS ERBE DER BABENBERGER
Lilienfeld , Heiligenkreuz , Zwettl , Kleinmariazell , Wiener Neustadt
Nach dem Erlöschen der Dynastie der Babenberger im Jahre 1246 herrschte in
Österreich politische Unsicherheit. Kaiser Friedrich II. , der die babenbergischen
Länder als heimgefallene Reichslehen ansah , ernannte 1247 Otto von Eberstein
zum Reichsstatthalter und setzte danach Herzog Otto von Bayern in Österreich
und Graf Meinhard III. von Görz in der Steiermark und in Krain als Repräsen-
tanten der Herrschaft ein. Vom Papst erhielt zunächst Wladislaw von Böhmen
Unterstützung , der mit Gertrud , einer Nichte des letzten Babenbergerherzogs ,
verheiratet war ; nach Wladislaws Tod unterstützte der Papst Gertruds zweiten
Gemahl Hermann von Baden , der jedoch schon 1250 starb. Als im gleichen Jahr
auch Kaiser Friedrich II. gestorben war , hinterließ er die testamentarische Verfü-
gung , dass sein Enkel Friedrich , der Sohn König Heinrichs VII. und der Baben-
bergerin Margarete , mit den Herzogtümern Österreich und Steiermark belehnt
werden solle. Der designierte Herzog verstarb jedoch , noch ehe die Belehnung
vollzogen worden war. Nun wandten sich die Landesherren Österreichs an den
böhmischen König mit der Bitte um Unterstützung. Daraufhin besetzte Kron-
prinz Ottokar Přemysl im Jahre 1251 Österreich. Um seine Herrschaft formal zu
legitimieren , ehelichte Ottokar im darauffolgenden Jahr Margarete von Baben-
berg , die als Schwester des letzten Herzogs dieser Dynastie die Unterstützung des
Papstes hatte , als ehemalige Schwiegertochter des Kaisers aber auch die Anerken-
nung durch den Staufer König Konrad IV. , ihren Schwager , erwarten durfte. 1252
bestätigte Papst Innozenz IV. die Rechtmäßigkeit der Herrschaftsübernahme Ot-
tokars in Österreich. 1262 belehnte der deutsche König Richard von Cornwall Ot-
tokar schriftlich mit den böhmischen und österreichischen Ländern1021.
Nachdem Ottokar II. im Jahre 1253 als Nachfolger seines Vaters König Wenzel
die böhmische Krone empfangen hatte , gebot er über ein riesiges geschlossenes
Gebiet in Mitteleuropa , das neben Böhmen und Mähren Niederösterreich , Teile
Oberösterreichs und ab 1261 auch Steiermark sowie ab 1269 Krain umfasste und
das sich vom Riesengebirge im Norden bis zum Karst im Süden beziehungsweise
von den Sudeten im Westen bis zu den Karpaten im Osten erstreckte.
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Titel
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Autor
- Mario Schwarz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur