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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Das Erbe der Babenberger 309 Wir wissen weiters , dass König Ottokar die Pfarrkirche für die Ortsbevölkerung von Heiligenkreuz zu Mariä Krönung erbauen ließ , die als sogenannte Pfortenkir­ che westlich des eigentlichen Klosterkomplexes entstand1040. Hier befand sich ein weiteres Hospital außerhalb der Klausur. Diese Kirche wurde 1278 , noch zu Leb- zeiten Ottokars , fertiggestellt. Der Bautyp dieser einschiffigen Kirche war vom Grundriss und den sechsteiligen Gewölben dem der Bernardikapelle fast gleich. Baureste der 1802 demolierten Anlage weisen auch die gleichen Steinmetzzeichen wie die Bernardikapelle auf. Unter der gleichen Perspektive zu sehen ist das Brunnenhaus in Heiligenkreuz. Der 1240 eingeweihte Kreuzgang dieses Klosters war beim Tod Friedrichs des Streitbaren im Jahre 1246 in seinem südlichen Bereich noch unvollendet. Die Wei- he des Brunnenhauses erfolgte nach der Klostertradition erst 1295 , gleichzeitig mit jener des Hallenchors und der Bernardikapelle1041. Das Vorkommen variationsrei- cher , äußerst fortschrittlicher Blendmaßwerke in der Sockelzone des Innenraums ließ viele Forscher sogar an der Richtigkeit einer Datierung ins 13. Jahrhundert zweifeln. Peter Kurmann hat jedoch aufgezeigt , dass besonders im süddeutschen Bereich derart fortschrittliche Maßwerkformen um 1300 durchaus existierten , wobei er unter anderem auf den Kreuzgang des Münsters in Konstanz und auf die Zisterzienserkirche Salem verwies1042. Doch wurden von Sibylle Hauser-Seutter zu dem neuneckigen Brunnenhaus von Heiligenkreuz Indizien aufgezeigt , die ei- ne noch frühere Entstehung als 1295 , nämlich bereits unter Ottokar II. Přemysl , wahrscheinlich machen. In ikonografischen Details , wie einem Triskeles-Relief ( Abb. 165 ) , sieht diese Autorin eine Anspielung an die Stauferherrschaft über Sizi- lien1043. Gerade die Zisterzienser hielten das Gedenken an Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen ( gest. 1250 ) wegen dessen großen , dem Orden gewährten Wohlta- ten noch jahrhundertelang hoch , in Tirol wurde das Zisterzienserkloster Stams 1273 eigens zum Totengedächtnis für den letzten Staufer , König Konradin von Sizilien ( gest. 1268 ) , gestiftet1044. Doch es gab noch einen anderen früh verstorbenen Nachkommen Kaiser Friedrichs II. , der mit Ottokar und mit Heiligenkreuz in Verbindung zu bringen war. Ottokars Gemahlin Margarete hatte bekanntlich aus erster Ehe mit König Heinrich VII. von Hohenstaufen einen Sohn namens Friedrich , den sein Groß- vater Kaiser Friedrich II. noch knapp vor seinem Tode testamentarisch als Erben der österreichischen Länder einsetzte. Der Prinz starb noch bevor er sein Land betreten konnte , und mit ihm erlosch die babenbergisch-staufische Linie1045. Doch im Gedenken an diese Herrschaftslegitimation trat Ottokar gemeinsam
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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