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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Ottokar II. Přemysl310 mit den Zisterziensern , die 1251 das Totengedächt- nis für die Babenberger übernommen hatten1046 , in die Tradition der Stifterfamilie ein. Ottokar war es , der als Erbauer von Chor , Pfarrkirche , Bernar- dikapelle und Brunnenhaus gleichsam als ein neuer Gründer von Heiligenkreuz erscheinen wollte1047. Sein tragisches Schicksal setzte diesem Plan ein jä- hes Ende. Die weitgehend fertiggestellten Bauten wurden von den neuen Herren von Österreich , den Habsburgern , übernommen. Diese setzten nun ih- rerseits das Babenbergergedächtnis fort , indem sie die Grabsteine im Kapitelsaal neu beschriften und die Babenbergerscheiben im Brunnenhaus anbrin- gen ließen. Dass die Habsburger zunächst einen in- ternen Widerstand der Klosterführung von Heiligenkreuz gegen ihre neue Herr- schaftsposition überwinden mussten , zeigt sich in dem Umstand , dass Herzog Albrecht I. von Habsburg , der 1282 von seinem Vater König Rudolf I. mit Öster- reich belehnte neue Landesherr , Abt Sigehard von Heiligenkreuz im Jahre 1290 kurzerhand absetzte und durch seinen langjährigen Protonotar und Kanzleivor- stand Benzo von Worms ersetzen ließ. Erst Abt Benzo arrangierte die am 17. Ap- ril 1295 im Beisein Albrechts  I. erfolgte Einweihung von Hallenchor und Bernar­ dikapelle von Heiligenkreuz durch Bischof Wernhard von Passau1048. Die weitere Fortsetzung des Babenbergergedächtnisses durch die frühen Habs- burger geschah mit dem Bestreben , ihre 1276 angetretene und 1278 mit der Ver- nichtung Ottokars in der Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen besiegelte Herrschaftsrolle in Österreich erneut durch demonstratives Anknüpfen an die Tradition der jahrhundertelangen Babenbergerregierung zu legitimieren. Mit dem Weiheakt von 1295 , der die längst fertiggestellten Neubauten der ottokarischen Zeit betraf , traten nun die Habsburger in die Rolle der Stifter und Förderer des Klosters Heiligenkreuz ein. An die Zeit des niedergerungenen Böhmenkönigs und seiner Verdienste sollte aber von da an nicht mehr erinnert werden. Gerade in der von den Habsburgern bekräftigten Fortsetzung des Babenbergergedächtnisses sollte gleichsam die Ära Ottokars übersprungen werden. Abb.  165 : Blendmaßwerk im Brunnenhaus des Zisterzienserklosters Heiligenkreuz
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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