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Die Bautätigkeit unter Ottokar II.
Přemysl322
In den sechziger-Jahren erfolgte im Osten des Komplexes die Errichtung einer
weiteren , zunächst frei stehenden Kapelle in domo dicti Gozzonis in honore beati
Joannis Evangeliste constructa , die später ein Katharinenpatrozinium erhielt. Nach
dem Aufstieg Gozzos zu einem der mächtigsten Gefolgsmänner Ottokars ließ die-
ser einen Turm und einen ansehnlichen Palas in Verbindung zur Katharinenka-
pelle errichten1082.
Am Bau der Gozzoburg kommt erstmals in Österreich das an der königlichen
Burg in Písek kreierte Motiv offener Erdgeschossarkaden ( Abb. 173 ) vor , hier al-
lerdings nicht in einem Innenhof , sondern als fassadengestaltendes Element an
der Straßenfront. Die Anwendung dieser Gestaltungsform besitzt im Zusam-
menhang mit der Funktion des Gebäudes als Gerichtssitz einen Bezug zu zeit-
genössischen Kommunalpalästen in Italien , wie etwa dem Palazzo del Capitano
in Orvieto. Die Ausführungsdetails der gotischen Loggia verweisen auf Einflüs-
se aus der přemyslidischen Baukunst , wie den Burgenbauten des Königs in Zví-
kov / Klingenberg und Písek. Die gepflockten Rippen der Arkadengewölbe ruhen
Abb.
176 : Kapitelle in der
„Gozzoburg“ in Krems
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Titel
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Autor
- Mario Schwarz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur