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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Ottokar II. Přemysl334 des Kirchenbaus der Wiener Minoriten genannt , der den Grundstein für die Minoritenkirche ge- legt habe. Ottokar hatte den Mönchen erlaubt , fünf Jahre lang im Wienerwald unentgeltlich Holz zu fällen und allen , die zum Bau der Kirche bei- trugen , Steuerfreiheit gewährt1126. Es ist unwahr- scheinlich , dass ein kompletter Neubau von Kirche und Kloster in kaum zwei Jahren zwischen 1276 und 1278 vollendet worden sein kann. Noch dazu wäre eine solche Bautätigkeit schon zum allergröß- ten Teil in die Zeit gefallen , als Ottokar gegenüber König Rudolf I. von Habsburg auf die Herrschaft in den österreichischen Ländern verzichtet hatte. Es ist vielmehr anzunehmen , dass Ottokar den während seiner Regierungszeit begonnenen und von ihm geförderten Bau nach dessen Beschädi- gung durch den Brand am 30. April 1276 noch bis zum Sommer 1276 durch außerordentliche Zuwen- dungen instand setzen ließ1127. Im Andenken an Ottokars Stifterrolle verblieb das Herz Ottokars , dessen Leichnam später nach Znaim und schließ- lich nach Prag überführt wurde , für immer im Wiener Minoritenkonvent beigesetzt. Wichtigste Erkenntnis der Bauforschungen von Maria Parucki ist der Befund , wonach der erste Bauzustand der Wiener Minoritenkirche im Bereich des Langhauses eine zwei- schiffige Halle dargestellt hat , an die ein Langchor mit zwei sechsteilig gewölbten Jochen und ein Apsispolygon , ähnlich dem Chor der Iglauer Dominikanerkirche , angeschlossen hat ( Abb.  190 a , 190 b ). Das Apsispolygon am Wiener Minoriten- chor war allerdings , anders als in Iglau , als vorgeschobener Fünfzehntelschluß aus- gebildet1128. Der Chor war vom Langhaus durch einen bühnenartigen Lettner abgeschrankt , von dem sich Ansatzspuren erhalten haben1129. Maria Parucki ist weiters die Klarstellung zu verdanken , dass der Chor der Wiener Minoritenkir- che aufgrund einer Namensverwechslung seit dem 19. Jahrhundert irrtümlich als Ludwigskapelle bezeichnet und unter Heranziehung diesbezüglicher Stiftungsda- ten fälschlich erst um 1328 datiert wurde1130. Der Wiener Minoritenchor , der sich Abb.  192 a und b : Gewölbeschlusssteine vom ehem. Chor der Minoritenkirche in Wien
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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