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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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Die Bautätigkeit unter Ottokar II. Přemysl344 Regierung von Abt Theodoricus und zum Jahr 1082 : ruina monasterii liberali­ ter restauratus assumptis consuetudinibus Cluniacensibus1165. Mit einer Galilaea im Westen und zwei Chorseitentürmen hatte die frühromanische Klosterkirche noch weitere markante Stileigenschaften der cluniazensischen Reformbewegung. Die Ausstattung der Klosterkirche mit einem Westturmpaar muss aber nicht aus- schließlich auf cluniazensische Vorbilder zurückgeführt werden. Zwei monumen- tale Westtürme hatte bereits der ab 982 unter Bischof Pilgrim erbaute Passauer Stephansdom , die Mutterkirche von Kremsmünster1166. Der Kaiserdom von Pas- sau , dessen frühmittelalterliche Doppelturmfassade ( Abb.  7 ) im 13. Jahrhundert noch aufrecht stand , mag durch seine wahrzeichenhafte Vorbildwirkung Anlass gewesen sein , dass in Kremsmünster der Altbestand der Westanlage der frühro- manischen Klosterkirche beim Umbau des 13. Jahrhunderts substanziell erhalten und überbaut wurde. In Kremsmünster wurde also ganz ähnlich verfahren wie bei der Erneuerung der Stiftskirche St. Pölten , wo ebenfalls eine mächtige ältere Zweiturmfront und Teile der Umfassungsmauern des Langhauses in den Um- bau des 13. Jahrhunderts einbezogen wurden1167. Auch noch weitere Eigenkirchen des Bistums Passau in Österreich besaßen in ihrem hochmittelalterlichen Bauzu- stand paarweise Westtürme , wie die Wiener Stephanskirche , die vom Passauer Bischof Altmann gegründete Klosterkirche in Göttweig und die Kirche des Pas- sauer Archidiakonats in Tulln1168. Im Jahre 1973 wurde an der Außenwand des nördlichen Seitenschiffs ein Por- tal ( Abb.  197 a und b ) freigelegt , welches in das zweite Langhausjoch von Wes- ten führte. Das Gewände wurde nach der Restaurierung als blinde Öffnung sichtbar belassen1169. In den Maßen und Proportionen besteht zwischen diesem Nordportal und dem Südportal vom Kreuzgang in die Klosterkirche enge Über- einstimmung. Die beiden Tore unterscheiden sich nur in Einzelheiten der De- tailausführung. Am Nordportal erscheinen die Kapitelle der Portalsäulen , deren Schäfte verloren sind , gedrungener , das Kämpfergesims ist kräftiger ausgebildet , die Archivolten sind flacher und kantiger profiliert , das Tympanon ist schmuck- los. Stilistisch ist das Nordportal ohne Schwierigkeiten in die Regierungszeit von Abt Berthold II. zu datieren , der zuerst die Nordmauer erhöhte und dann das nördliche Seitenschiff und das Mittelschiff einwölbte. Die Funktion des Portals ist nicht klar ersichtlich. Als Kirchentor für Begräbnisse , wie sie in der Nord- mauer vieler anderer Klosterkirchen anzutreffen sind , kommt das Nordportal von Kremsmünster nicht infrage , da der mittelalterliche Friedhof des Klosters östlich der Stiftskirche lag. Formal verwandt mit den beiden Seitenportalen der Stifts-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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