Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Historische Aufzeichnungen
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 348 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 348 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Bild der Seite - 348 -

Bild der Seite - 348 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Text der Seite - 348 -

348 Die Bautätigkeit unter Ottokar II. Přemysl SPÄTOTTOKARISCH ODER FRÜHHABSBURGISCH ?1176 Heiligenkreuz , Graz – Leechkirche , Wiener Neustadt In ihrem Beitrag für die Niederösterreichische Landesausstellung Die Zeit der frü­ hen Habsburger – Dome und Klöster 1279–1379 unternahm Renate Wagner Rieger im Jahre 1979 eine Darstellung der architekturgeschichtlichen Entwicklung in Österreich im letzten Viertel des 13. Jahrhunderts , wie es dem damals geltenden Forschungsstand entsprach1177. Demnach habe unter den ersten Habsburgern in Österreich eine entscheidende Neuorientierung in der Baukunst stattgefunden , durch welche die durch Prachtliebe , Üppigkeit und dekorativen Reichtum gekenn- zeichnete staufische Spätromanik abgelöst worden sei. Die nun entstandenen Bau- ten , als deren wichtigster der im Jahre 1295 geweihte Hallenchor der Klosterkirche Heiligenkreuz zu nennen sei , gehörten zweifellos zu den künstlerisch bedeutsamsten und entwicklungsgeschichtlich fortschrittlichsten Werken der mitteleuropäischen Ar­ chitektur1178. Als ebenso wichtige Zeugnisse einer innovativen Entwicklung be- wertete die Autorin die reich durchfensterten , einschiffig gewölbten Kapellen wie die ebenfalls 1295 geweihte Bernardikapelle des Klosters Heiligenkreuz oder die 1293 konsekrierte Leechkirche in Graz1179. Die in die letzten Jahrzehnte des 13. Jahr­ hunderts datierte gestaffelt dreischiffige Choranlage der Liebfrauenkirche in Wie- ner Neustadt wurde in diesem Zusammenhang als innovativer Idealtypus ange- sprochen1180. Die von Renate Wagner-Rieger vorgelegte Darstellung fügte sich anscheinend überzeugend in das von Historikern seit über hundert Jahren entwi- ckelte Bild , wonach die Machtübernahme durch die Habsburger einen zukunfts- weisenden Neubeginn nach Jahrzehnten der Unsicherheit und Unruhe während des Interregnums bewirkt habe. Auch Kunsthistoriker , wie Richard Kurt Donin , hatten die Meinung vertreten , dass in den unruhigen , sehr traurigen Zeiten Frie­ derichs II. und der Zwischenherrschaft … jede umfangreiche Kunsttätigkeit ausgesetzt habe1181. Als Belege für eine prolongierte , im Grunde jedoch veraltete spätroma- nische Stilauffassung zur Regierungszeit Ottokars II. glaubte Donin , den Westbau der Wiener Stephanskirche nach 1258 , den Neubau des Doms von St. Pölten … nach 1267 und der Wiener Michaelerkirche nach 1276 anführen zu können1182. Ein völlig neues , unterschiedliches Bild von der architekturgeschichtlichen Entwicklung während der Regierung Ottokars II. Přemysl wurde in den 1970er- Jahren Schritt für Schritt herausgearbeitet. Dabei korrespondierten Forschungs-
zurück zum  Buch Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich"
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich