Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Historische Aufzeichnungen
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 355 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 355 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Bild der Seite - 355 -

Bild der Seite - 355 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Text der Seite - 355 -

355Spätottokarisch oder frühhabsburgisch ? Klosterneuburg ( 1222 ) oder bei den Zisterzienserkreuzgängen der Babenberger , sondern dass das innovative Geschehen nun , nach der Mitte des 13. Jahrhunderts , schon in Mitteleuropa selbst abläuft. Von hier nämlich strahlten in weiterer Fol- ge Entwicklungsimpulse auf die österreichische , süddeutsche und rückwirkend selbst auch auf die böhmische Sakralbaukunst aus. Nun war nicht mehr Frank- reich das ausschließlich führende Leitbild , sondern es artikulierten sich gerade in Mitteleuropa neuartige Gestaltungsformen , wobei man sich zwar konkreter , wiederum hochaktueller französischer Anregungen als Ausgangspunkt bediente ( Troyes ) , daraus aber ganz eigenständige , innovative Konzepte entwickelte. Leechkirche , Graz Neuere archäologische , baugeschichtliche und kunsthistorische Forschungen gal- ten einem weiteren Sakralbau , der im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts entstan- den ist , und zwar der Leechkirche in Graz. Wie der Vorauer Geschichtsschreiber Aquilinus berichtet , ließ Herzog Leopold Vl. im Jahre 1202 zu Ehren der gerade erst im Jahre 1200 heiliggesprochenen Kaiserin Kunigunde ( 980–1033 ) auf dem Hügel Leech eine Kapelle erbauen. Fundamente dieser Kapelle in Gestalt eines kreisförmigen Zentralbaus mit östlicher Halbkreisapsis wurden ab 1991 ausgegra- ben1207. 1233 schenkte Herzog Friedrich der Streitbare diese Kunigundenkapelle dem Deutschen Orden. Im Verlauf des Krieges zwischen Ottokar II. Přemysl und dem ungarischen König Bela IV. wurde die Kapelle 1250 zerstört. Von einem Wie- deraufbau , der frühestens nach 1255 begonnen worden sein kann , berichtet ein Ablassbrief des Bischofs Dietrich von Gurk von 1275 ; von da an wird die Grazer Deutschordenskirche mit dem Patrozinium Mariä Himmelfahrt bezeichnet1208. Ein Schreiben aus Akkon im Heiligen Land von 1283 berichtet , dass die Brüder des Deutschen Ordens zu Graz eine Kirche zu bauen begonnen hatten , für die sie wegen des kostspieligen Werkes ( opere sumptuoso ) Geld benötigten. Die Erz- bischöfe Johann von Siponto und Romuald von Bari halfen im gleichen Jahr mit Indulgenzbriefen. 1293 wurde der Bau konsekriert , wofür Bischof Heinrich von Brixen einen Ablass erteilte1209. Schon aus diesen Nachrichten zur Baugeschichte ist zu entnehmen , dass die Planung und ein Teil des Baugeschehens noch in die ottokarische Zeit gefallen sein müssen , während die Fertigstellung bereits in die Regierungszeit der ersten Habsburger fiel. Für die stilistische Ableitung der Grazer Leechkirche stehen zwei generell unter- schiedliche Perspektiven offen. Zunächst besitzt die frei stehende Kirche , ein ein- schiffiger Saalbau mit drei querrechteckigen kreuzrippengewölbten Jochen und
zurück zum  Buch Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich"
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich