Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Historische Aufzeichnungen
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 358 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 358 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Bild der Seite - 358 -

Bild der Seite - 358 - in Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich

Text der Seite - 358 -

358 Die Bautätigkeit unter Ottokar II. Přemysl Vorbild des Passauer Pilgrimdoms oder bei den Bauten des Erzbistums Salzburg wie dem Salzburger Dom seit dem Bau Erzbischof Hartwiks , dem Gurker Dom oder der bischöflichen Klosterkirche Seckau. Westwerkanlagen setzten auch die Baben- berger zur Demonstration ihrer Eigenkirchenrechte in Klosterneuburg , am Wiener Schottenstift und bei der Stadtpfarrkirche Wiener Neustadt ein. Bei der Leechkir- che sollte das Doppelturmmotiv offenkundig an die durch das päpstliche Privileg von 1221 dekretierte Unabhängigkeit des Deutschen Ordens von jeder bischöflichen Gewalt und seine unmittelbare und ausschließliche Verantwortlichkeit gegenüber dem Papst hinweisen1212. Auf Zusammenhänge von Detailformen der Leechkirche mit einem Hauptwerk der Architektur des Deutschen Ordens , nämlich der Elisa- bethkirche in Marburg , hat zuletzt Marc Carel Schurr hingewiesen1213 Neben dem Vergleich mit Langchören der ottokarischen Zeit erscheint eine andere typologische Ableitung der Leechkirche zielführender. Horst Schweigert hat darauf hingewiesen , dass die Leechkirche vom Bautypus der Sainte-Chapelle in Paris beeinflusst erscheint1214. In Österreich hatte die Aufnahme des Baumo- tives der französischen Kapelle schon seit der Capella Speciosa der Babenberger ( 1222 ) und der erst seit jüngster Zeit näher erforschten Annenkapelle von Star- hemberg1215 eine eigene Geschichte. Prachtvolle Hofkapellen waren unter Otto- kar II. Přemysl in Böhmen entstanden ( Zvíkov / Klingenberg , Pisek , Bezděz / Bö- sig ). Zwischen 1243 und 1248 entstand in Paris als Reliquienschrein für die von König Ludwig IX. erworbene Dornenkrone Christi die Sainte­ Chapelle. Sie war für lange Zeit das großartigste Beispiel für die höchstmögliche Steigerung des gotischen Skelettbauprinzips. Zwischen den überaus zart dimensionierten Ge- wölbeträgern – an der Innenseite mit Dienstbündeln , nach außen mit Strebepfei- lern – und unter Einsatz von eisernen Zugbändern und Klammern schuf man rie- sige Fensteröffnungen , die mit farbigen Glasgemälden in Maßwerkrahmen gefüllt wurden1216. Obwohl die Grazer Leechkirche in einem wichtigen Kriterium nicht mit der Sainte-Chapelle übereinstimmt – sie ist nicht durchgehend zweigeschos- sig , sondern besitzt einen eingeschossigen Saalraum mit einer Westempore , so wie die Capella Speciosa – , so kann doch gesagt werden , dass die Gestaltung des Kapellenraums mit sehr großflächigen Maßwerkfenstern mit Glasmalereien dem Vorbild des Obergeschosses der Sainte-Chapelle nachfolgt. Der Bau der Sainte- Chapelle war ein persönliches Anliegen König Ludwigs IX. des Heiligen von Frankreich ( reg. 1226–1270 ) , in dessen Pariser Palast sie sich befand. Die Person des Königs aber war auch für die Kreuzzugsbewegung von größter Bedeutung : Als Anführer des Sechsten Kreuzzugs ( 1248–1254 ) , bei welchem er selbst in Damiette
zurück zum  Buch Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich"
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich