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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 362 -
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362 Die Bautätigkeit unter Ottokar II. Přemysl insgesamt ein im Grundriss dreiteilig gestaffelter Chor ergab. Die Seitenchorka- pellen sind mit fünfteiligen Gewölben überspannt , im 15. Jahrhundert erhielten diese Emporeneinbauten. Die Bereiche von Querhaus und Chor zeigen vielfältige Bezüge zur přemyslidischen Architektur : Der Langchor ist mit jenem der Pfarr- kirche in Marchegg zu vergleichen , Ausführungsdetails stimmen eng mit der Burgkapelle Horšovský Týn / Bischofteinitz , den Dominikanerkirchen in Iglau und Krems und den Minoritenkirchen in Stein und Bruck an der Mur überein. Daneben sind aber auch Bezüge zur Baukunst des Deutschen Ordens zu erken- nen , und zwar die gleiche Sockelbildung an den Gewölbeträgern wie in der Eli- sabethkirche zu Marburg an der Lahn und auch in der Leechkirche in Graz1229. Ein Zusammenhang mit der Baukunst des Deutschen Ordens ist insofern leicht erklärbar , da der Orden mindestens seit 1245 in Wiener Neustadt ansässig war und das gesamte nordöstliche Stadtviertel ( Deutschherrenviertel ) innehatte1230. Auch in Wiener Neustadt fällt eine Anlehnung an das Grundrisskonzept von Saint-Urbain in Troyes auf , die in der Gestaltung des Querschiffs und im gestaf- felt dreiachsigen Chorgrundriss besteht. Die Ostkapellen des Querschiffs weisen eine axialsymmetrisch gespiegelte Gliederung der Rippengewölbe auf : Die unre- gelmäßig sechsteiligen Gewölbe entsprechen in ihrer Rippenfiguration den Eckjo- chen des Chors von Heiligenkreuz. Eine Besonderheit in der Ausstattung des geräumigen Langchors der Liebfrau- enkirche ist die Ausbildung von nicht weniger als 35 Sitznischen an den Seiten- wänden ( Abb.  207 a und b )1231. Dies zeigt , dass der Chor für regelmäßige Ver- sammlungen von Klerikern bestimmt war. Da der Liebfrauenkirche zu keiner Zeit ein Kloster angeschlossen war , für dessen Konventualen der Chor bestimmt gewesen sein könnte , ist an eine besondere Rolle dieses Baus innerhalb der bi- schöflichen Hierarchie zu denken. Wiener Neustadt war die größte Stadtsiedlung im Gebiet des Archidiakonats ultra montes des Erzbistums Salzburg. 1254 wurde Wiener Neustadt vom Herzogtum Steiermark abgetrennt und dem Herzogtum Abb.  206 : Grundriss der „Liebfrauenkirche“ in Wiener Neustadt mit Hervorhebung der Bauteile des späten 13. Jahr­ hunderts
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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