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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Seite - 376 -
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Die Bautätigkeit unter Rudolf I. und Albrecht I. von Habsburg376 Es ist nicht ausgeschlossen , dass die Planung auch dieses Baus noch in die spätottokarische Zeit zurückreicht. Přemysl Ottokar hatte die Obere Stadt von Klosterneuburg im Anschluss an das Augustiner-Chorherrenstift wehrhaft aus- bauen lassen. Zu Beginn ihrer Herrschaft zeigten sich auch König Rudolf I. von Habsburg und sein Sohn Herzog Albrecht I. Klosterneuburg gewogen. Albrecht vollendete den Ausbau der neuen Burg in der Nordwestecke der Oberstadt und hielt sich so oft in dieser Residenz auf , dass sich zu seiner Zeit für Klosterneuburg sogar die Bezeichnung Herzogneuburg einbürgerte. Aus dieser Perspektive wäre es zunächst denkbar , dass Herzog Albrecht I. in ähnlicher Weise wie in Heiligen- kreuz ein noch aus ottokarischer Zeit stammendes Bauvorhaben übernommen ha- ben könnte. 1298 trat allerdings eine schwere Verstimmung zwischen Albrecht  I. , der inzwischen zum deutschen König und Reichsoberhaupt gewählt worden war , und dem Stift Klosterneuburg ein : Albrecht trennte die beiden bis dahin gleich- namigen Schwesterstädte Neuburg links der Donau ( Klosterneuburg ) und Neu- burg rechts der Donau ( Korneuburg ) rechtlich voneinander , vergab aber das be- stehende alte Stadtrecht mit Markt und Landgericht an Korneuburg , während Klosterneuburg ein neues Stadtrecht erhielt. Das Stift verlor durch diese Maß- nahme seine alten Markt- und Gerichtsrechte , was man als bitteres Unrecht emp- fand. Der Chronist des Klosters ging in seinem Zorn darüber so weit , dass er den gewaltsamen Tod des Königs im Jahre 1308 als gerechte Strafe Gottes für das dem Stift Klosterneuburg zugefügte Unrecht bezeichnete. Unter diesen Voraussetzungen ist es sehr schwer zu beurteilen , ob der Neubau des Kreuzgangs noch ein Stiftungsakt der frühen Habsburger vor diesem Zerwürf- nis gewesen sein mag , vielleicht indem nach dem Vorbild von Heiligenkreuz eine von Ottokar begonnene Bauinitiative übernommen wurde , oder ob der Bau vom Stift aus eigenen Mitteln bestritten wurde , wofür der Urkundenbericht spricht. Klosterneuburg genoss außerordentliche Vorrechte. Es stand unter ständigem päpstlichen Schutz , selbst gegenüber dem Diözesanbischof von Passau , und übte im Auftrag der Kurie eine Art Aufsichtsstellung über andere Chorherrenklöster aus ; seinen Pröpsten war seit dem 13. Jahrhundert der Gebrauch der bischöflichen Insig- nien ( Infel und Ring ) gestattet. Papst war zur Zeit des Propstes Pabo der Franzose Martin IV. ( reg. 1281–1285 ) , der noch aus dem Beraterkreis des hl. Ludwig IX. von Frankreich kam – er war Siegelbewahrer des französischen Königs und unter Papst Urban IV. päpstlicher Legat in Frankreich gewesen war ( Saint-Urbain in Troyes ). Helmut Buschhausen meint , dass die im Jahre 1836 sekundär in der Leopoldi- kapelle und in der Prälatenkapelle eingebauten Glasmalereien mit halbfigürlichen
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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