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377Die
Bautätigkeit unter Rudolf I. und Albrecht I. von Habsburg
Bildnissen mehrerer Babenberger , die mit Gewissheit aus dem Kreuzgang stam-
men , schon aus der Zeit des Propstes Pabo ( 1279–1293 ) datieren1250. Eva Frodl-
Kraft nimmt die Entstehung der Glasgemälde allerdings erst um 1330 an1251. Als
Interpretation bietet sich jedenfalls an , dass das Stift Klosterneuburg das Baben-
bergergedächtnis nicht dem Kloster Heiligenkreuz allein überlassen wollte , das
seit 1295 ganz unter habsburgischem Einfluss stand , sondern den neuen Kreuzgang
einschließlich des Brunnenhauses in gleicher Weise zu einer Babenbergermemorie
ausstattete. Interessant in diesem Zusammenhang ist die zweimalige Darstellung
Leopolds III. , einmal mit der Umschrift Liwpoldus Pius Marchio Fundator
Noster mit dem durch den Vierungsturm kenntlichen Modell der Stiftskirche
Klosterneuburg und einmal mit der Umschrift Marchio Fundator Claustri
mit zwei anderen Kirchenmodellen , mit denen Heiligenkreuz und Kleinmariazell
gemeint sein dürften. Herzog Heinrich II. Jasomirgott wird in der Umschrift seiner
Darstellung als Scotorum Fundator bezeichnet. Ikonologisch war das Kloster-
neuburger Programm also noch weiter gefasst als jenes von Heiligenkreuz , da es
auch der anderen Klosterstiftungen der Babenberger gedachte.
St. Bernhard , Zisterzienserinnenkloster
Im Jahre 1264 gründete Heinrich von Kuenring in Meilan im nördlichen Nieder-
österreich ein Zisterzienserinnenkloster , doch 1277 wurde die Stiftung an den Ort
Krug bei Horn verlegt , und zwar von Stephan von Maissau , der so wie auch der
Landesfürst in der Folge dem Kloster vielfältige Vergünstigungen gewährte. 1296
stiftete die Gemahlin Herzog Albrechts I. , Elisabeth , einen Altar für ein Oratorium
der Kirche1252. Die Klosterkirche erhielt die Form eines sechsjochig gewölbten ,
querschifflosen Saalbaus mit einge-
zogenem , über einem Fünfachtelpo-
lygon gebildeten Chor ( Abb. 215 ).
Das Langhaus war im Nordosten
und Südosten von kleinen , mit ei-
genen Polygonalapsiden versehenen
Kapellen flankiert. Im Westen des
Langhauses befand sich die Nonnen-
empore , die direkt von den Kloster-
Abb.
215 : Grundriss des ehem. Zisterziense
rinnenklosters St. Bernhard
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Titel
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Autor
- Mario Schwarz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur