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Die Bautätigkeit unter Rudolf I. und Albrecht I. von
Habsburg380
Imbach
Um oder nach 1289 wurde die schon seit otto-
karischer Zeit bestehende Dominikanerinnen-
kirche Imbach zweischiffig unterteilt und ein-
gewölbt ( Abb. 217 , 218 )1258. Neu war auch der
Einbau einer Nonnenempore über dem ersten
und zweiten Jochpaar von Westen1259. Bei die-
sem Bau fügte man nur an der Nordseite zwei
gerade und an der Nordwestecke einen diago-
nal gestellten Strebepfeiler nachträglich an.
Das Motiv für den Umbau dieser Kirche dürf-
te die Inkorporation der Pfarre Imbach an das
Dominikanerinnenkloster gewesen sein , wo-
durch erstmals das Volk Zutritt zu der Kirche
erhielt.
Dürnstein
1289 stiftete Leutold von Kuenring das Clarissinnenkloster Dürnstein , ein Non-
nenkloster der Minoritenbewegung1260. Wie die Strebepfeiler an den Langhaus-
wänden und jene in Diagonalstellung an den westlichen Langhausecken erken-
nen lassen , war diese Kirche schon von der Planung her als zweischiffige Halle
( Abb. 219 a und b ) , wie nach dem Vorbild der Wiener Minoritenkirche aus der
Zeit Ottokars II. Přemysl , konzipiert. Wie bei Nonnenklöstern üblich , hatte der
Chor nur geringe Größe und war mit einem Lettner vom Langhaus abgetrennt ;
eine Empore für die Nonnen reichte von Westen bis zur Mitte der zweischiffigen
Halle.
Krems
Zur Fertigstellung der auf eine Grundstücksschenkung des Dompropstes von Pas-
sau und Propstes von Ardagger , Heinrich , im Jahr 1236 zurückgehende Domi-
nikanerkirche in Retz , deren Langhaus um 1263 fertiggestellt war , wurde Ende
des 13. Jahrhunderts der Bau des vierjochigen Langchors mit Polygonalapsis über-
nommen ( Abb.
220 ) , nachdem König Rudolf I. den Dominikanern im Jahre 1277
Bauholz zur Verfügung gestellt hatte. Auffallend ist , dass der Chor gegenüber
dem Langhaus etwas nach Süden versetzt ist , was aus der Rücksichtnahme auf
vorhandene Klostergebäude im Norden der Anlage zu erklären ist. Die großen ,
Abb.
217 : Rekonstruktion des zweiten Bauzustandes
der ehem. Dominikanerinnenkirche in Imbach
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Titel
- Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
- Autor
- Mario Schwarz
- Verlag
- Böhlau Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2013
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-205-78866-9
- Abmessungen
- 17.0 x 24.0 cm
- Seiten
- 498
- Schlagwörter
- Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
- Kategorien
- Geschichte Historische Aufzeichnungen
- Kunst und Kultur