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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
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405Endnoten che St. Donatian in Brügge , gegründet vor 961 von Graf Arnulf I. von Flandern , hatte ebenso wie Aachen eine achteckige Zentralbauform und einen sechzehneckigen Außengrundriss und wurde nach Quellen des 12. und 13. Jahrhunderts eindeutig mit dem Aachener Vorbild iden- tifiziert. Untermann , Zentralbau , 1989 , 115 f. Abb.  59. Enge formale Beziehungen zu Aachen besitzt auch der achteckige Zentralbau der Marienkirche zu Ottmarsheim im Elsass : Hier ist die Wandgestaltung des mittleren Raumschachtes genau nach dem Vorbild von Aachen angelegt : Auch der Wechsel von quadratischen und spitzwinkeligen Gewölbejochen im Um- gangsbereich stimmt mit Aachen überein. Als Stifter der Kirche von Ottmarsheim gilt der Habsburger Rudolf von Altenburg ; die Weihe des Baus durch Papst Leo IX. im Jahre 1049 unterstreicht die besondere Bedeutung der Anlage. Sieffert , Ottmarsheim , 1982 , 244 f. 355 Bei der Weihe der Marienkirche zu Compiègne im Jahre 877 wurde diese Pfalzkapelle Kaiser Karls des Kahlen in der Gründungsurkunde ausdrücklich als Nachahmung von Aachen be- zeichnet und in einem Ruhmgedicht des Johannes Scotus Eriugena entsprechend verherrlicht , wobei die dem Bau immanente Achtzahl symbolisch interpretiert wurde. Auch die von Kaiser Ludwig dem Frommen ( reg. 814–840 ) erbaute Pfalzkapelle von Diedenhofen ( Thionville ) hat- te laut einer Überlieferung des 10. Jahrhunderts die Gestalt des Aachener Münsters. 356 Zu dem 806 geweihten Bau der Kirche St. Salvator in Germigny-des-Prés , einer Stiftung des Abtes von Fleury und Bischofs von Orléans Theodulf , eines engen Beraters Karls des Großen , berichten Quellen aus der Zeit um 854 und um 1000 , dass bei seiner Errichtung dem Vorbild der Kirche , dem Palast zu Aachen , nachgeeifert worden sei. Tatsächlich folgt diese Anlage über dem Grundriss eines Vierstützen- sowie eines Vierkonchenquadrats einer anderen Zentralb- auform als Aachen. In funktioneller Hinsicht könnten allerdings konstitutive Elemente wie die raumschachtartig überhöhte Mitte und das Vorhandensein eines Umgangs im Erdgeschoss und einer umlaufenden Empore im mittelalterlichen Sinn einer similitudo als Übereinstim- mungen mit Aachen gewertet werden. Untermann , Zentralbau , 1989 , 120 ff. Als Abt Lioffin im Kloster Mettlach an der Saar um 985 eine Grabkirche für den Klostergründer Liutwin er- richtete , sandte er zuerst nach Aachen , um das Vorbild der Pfalzkapelle studieren zu lassen. Der turmartige Bau , der sich auf die Aachener Pfalzkapelle beziehen sollte , erhielt zwar einen achteckigen überhöhten Mittelraum , doch keine Emporen , sondern nur einen Laufgang im Mauermantel und anschließende Nischen. Verbeek , Mettlach , 1937 , 65 ff. 357 Untermann , Zentralbau , 1989 , 139. 358 Hotz nannte als Beispiele die Kapelle der Burg von Vianden in Luxemburg ( um 1200 ) und die Matthiaskapelle in der Oberburg von Kobern ( nach 1204 ). Die Kapelle in Vianden weist Um- gänge im Erdgeschoss und im Obergeschoss auf ; das Verhältnis von mittlerem Raumschacht und Umgang ist allerdings unterschiedlich zu Aachen : Das Untergeschoss hat den Charakter einer Krypta , das eigentliche Hauptgeschoss darüber ist als lichtdurchflutete kreuzrippenge- wölbte Halle gestaltet ; zwischen den beiden Geschossen dieser Doppelkapelle vermittelt eine relativ kleine sechseckige Öffnung. Die Kapelle von Kobern besitzt zwar einen überhöhten und überwölbten Mittelraum , jedoch keine Emporenöffnungen. Errichtet als Aufbewahrungsort einer aus Konstantinopel ins Abendland gebrachten Kopfreliquie des Apostels Matthias , ge-
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Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Titel
Die Baukunst des 13. Jahrhunderts in Österreich
Autor
Mario Schwarz
Verlag
Böhlau Verlag
Ort
Wien
Datum
2013
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-78866-9
Abmessungen
17.0 x 24.0 cm
Seiten
498
Schlagwörter
Medieval architecture, Austrian art, Medieval art, Austrian architecture, Architectural history, 13th century architecture
Kategorien
Geschichte Historische Aufzeichnungen
Kunst und Kultur
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