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Baustelle Elektromobilität - Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
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NeuesSpiel, neuesGlück? 155 auchnicht.ExperimentierräumekönnensozuRäumensozialerInnovationen werden (Howaldt/Schwarz2019). TransformationendurchHandlungenaufProbe ZumTraumvomprivatenGlückgehörteninderdeutschenNachkriegsgesell- schaftdieFamilie,eineigenesHausundauchdereigeneWagen.Eingeschrie- ben in ein ganzes Korsett von Rahmenbedingungen lebt dieses Bild zwar bisheute fort.DochhabensichzwischenzeitlichWertordnungen,Selbstver- ständnisse und Lebensplanungen verändert. Die gesellschaftlicheDifferen- zierung ist nicht in den 1950er Jahren stehen geblieben.Mittlerweile wird rund dieHälfte aller Ehenwieder geschieden, ein Fünftel der Kinderwird vonAlleinerziehendengroßgezogen, inBerlin und anderenGroßstädten ist es sogar einDrittel.WährenddasBildderprivatenKleinfamilie nichtmehr dasalleinigeMaßderDinge ist,bleibtdasprivateAutomobilallerdingsnoch weiterdominant.DasNormalarbeitsverhältnis istseltenergeworden,flexible Arbeitszeiten, aber auch neue Beschäftigungsformate haben dazu geführt, dass die Verkehrsansprüche anders geworden sind.Gegenüber der Zeit der Entstehung der Geschichte vom privaten Auto ist auch die Zahl derMen- schenmitausländischenWurzelndeutlichgestiegen. Insgesamterlebenwir eine fortgesetzte Individualisierungund eine Pluralisierung vonLebensfor- men.Die alteOrdnung ist jedenfalls passé. Inder Soziologiewirddies ger- nemit demÜbergangvonderModerne zurPost-Modernebeschrieben.Die vormaligenGewissheitengeltennichtmehr,dieArbeits-undLebensformen haben sich vervielfältigt und weiter international angeglichen (Beck/Beck- Gernsheim 1994; jüngstReckwitz 2017).Dies hat auchzuanderenVerkehrs- formengeführt. Ausder formiertenGesellschaftmitklarenZeit-undRaumstrukturen ist einepluraleGesellschaftgeworden,inderauchdieVerkehrsbedürfnisseviel- fältiger undunübersichtlicher geworden sind. In derVerkehrspolitik findet sichhiervonwenig.DieGrundregelnfürdenStraßenverkehr,fürdieStraßen- verkehrszulassungsowieauchdenBetriebvonöffentlichenVerkehrengelten wievor80Jahren.SoistbeispielsweisedieZahlderöffentlichnutzbarenTaxis sowieCarsharing- oderMietfahrzeuge hierzulandemit rund 100.000Fahr- zeugen gegenüber den vielenMillionenPrivatfahrzeugen insgesamt immer noch verschwindend gering. Der gesellschaftlicheWandel ist umfassender und tiefgreifender,während die Verkehrsgesetzgebung immer noch an der Leitidee des privatenAutos hängt. Aus dieser Leitidee ziehen auchdie um-
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Baustelle Elektromobilität Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
Titel
Baustelle Elektromobilität
Untertitel
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
Autor
Achim Brunnengräber
Herausgeber
Tobias Haas
Verlag
transcript Verlag
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-5165-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
Kategorie
Technik
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