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216 StefanieBaasch
dingsnicht inSichtundwird,außer ineinzelnenKommunenundRegionen,
auchnichtangestrebt,wasdasFehleneinerentsprechendennationalenMo-
bilitätswendestrategieunddielediglichpunktuelleFörderungvonnichtMIV-
basierterMobilitätdeutlichzeigt.
E-MobilitätundMobilitätswende in ländlichenRegionen
DiestrukturellenBedingungenfüreinenAusbauvonE-Mobilitätsindinstäd-
tischenund ländlichenRäumensehrunterschiedlich.HinsichtlichderLade-
möglichkeitenhabenländlicheGebieteeinendeutlichenstrukturellenVorteil,
dahierdiehoheAnzahlanEigenheimenmeistguteprivateLademöglichkei-
ten (auch inVerbindungmiteigenenPhotovoltaikanlagen)bietet.Anderseits
werdenhier inderRegelweitereFahrdistanzenals innerstädtischzurückge-
legt, was einen erheblichenNachteil für elektrisch angetriebene Fahrzeuge
imVergleichmitVerbrennungsmotorendarstellt.Ergebnisse ausBefragun-
gen und Testbetrieben haben allerdings gezeigt, dass der eigene Reichwei-
tenbedarf imAlltagvondenNutzer*innenhäufigüberschätztundgleichzei-
tigdieReichweite vonE-Autosoft unterschätztwird (Döring/Aigner-Walder
2017;Rauhetal.2017).DieReichweitevonE-Autos istdahernichtunbedingt
eine technische Barriere, sondern eher eine psychologische. Eine besonde-
reRolle spielt dabei die psychologischeKomponente,dassAutomobile stark
miteiner»grenzenlosenMobilität«assoziiertsind(Ahrendetal.2011: 71)und
denNutzer*innenjederzeitundmitgroßer(gefühltunbegrenzter)Reichwei-
tezurVerfügungstehensollen–auchwenndies inkeinemZusammenhang
mitdemalltäglichenMobilitätsbedarf steht.DazuträgtauchdieAutomobil-
werbung immerwieder bei, die das Autofahren als Ausdruck von Freiheit,
AutonomieundAbenteuer bewirbt unddabei gerne aufBilder vonOffroad-
fahrten in spektakulären Landschaften (in derRegel ohne andereVerkehrs-
teilnehmer*innen) zurückgreift (zur kulturellen Aufladung des Automobils
siehe auch den Beitrag vonHaas/Jürgens in diesemBand). E-Autos haben
mitihrerbegrenzterenReichweiteundlängerenLadezyklendiesbezüglichei-
nenwahrgenommenenNachteil,der sichauf technischerEbene inabsehba-
rerZeitnicht lösen lässt.
UmdieNutzer*innenakzeptanzunddasInteresseanE-Mobilitätzustei-
gern,wurden inden letzten Jahrenauch in ländlichenGebietenTestbetriebe
vonE-Autosdurchgeführt.DiesewerdenmeistalsProjektvorhabenfüreinen
begrenztenZeitraumüberBundes-oderLandesmittelfinanziert.Dieeigene
Baustelle Elektromobilität
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Titel
- Baustelle Elektromobilität
- Untertitel
- Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Autor
- Achim Brunnengräber
- Herausgeber
- Tobias Haas
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5165-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
- Kategorie
- Technik