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Baustelle Elektromobilität - Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
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260 MerleGronewegundMichael Reckordt LeistungnachaktuellemForschungsstandambestenerfüllen (Marscheider- Weidemann et al. 2016). In den Akkus, denen das weißeMetall (Lithium) seinen Namen verleiht, werden zahlreiche verschiedene Rohstoffe verar- beitet. Dazu gehören neben Lithium auch Kobalt, Grafit, Nickel, Mangan, Aluminium, Kupfer, Zinn, Silikon, Magnesium, Germanium, Indium, An- timonium und Seltene Erden (European Commission 2018). Der exakte Rohstoffverbrauchvariiert jenachHerstellerundAkkuart,zumalvieleweite- reModellenochinderEntwicklungsind.VieleHerstellerarbeitendaran,den Kobaltgehalt in Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid-Akkus (NMC), einer zunehmend verbreiteten Batterievariante, zu reduzieren und stattdessen mehrNickel einzusetzen. InzwischengibteszahlreicheStudien,diedenVerbrauchvonRohstoffen durchE-Autos prognostizieren (siehe beispielsweiseBuchert et al. 2017 und Reuter et al. 2019).Während die genauen Zahlen je nachModell variieren, herrscht Einigkeit darüber, dass der Verbrauch insbesondere von Lithium, Grafit,Kobalt undNickel drastisch steigenwird–vorausgesetzt, derBesitz einesPrivat-PKWstelltweiterhindieNormdar.WenndiesderFall ist,könn- ten 2030 ganze 830.000 TonnenNickel für elektrisch betriebene Fahrzeuge benötigtwerden.Das istmehrals einDrittel der2,25MillionenTonnen,die 2016weltweit abgebautwurden (Buchert et al. 2017). Für die 2,5Milliarden Fahrzeuge,diePrognosenzufolge2050aufdemPlanetenfahren,würdenso- gar2,6MillionenTonnenNickelverbrauchtwerden.Auchderprognostizierte Grafitverbrauchistdramatisch:2030könntenganze1,4Millionen,2050dann überfünfMillionenTonnenGrafitverbrauchtwerden(Groneweg/Weis2018)1. DieZahlen fürLithiumundKobalt scheinendaaufdenerstenBlickwe- nigerdramatisch:DerGesamtbedarfvonLithiumfürE-Mobilitätkönntesich 2030auf160.000Tonnenbelaufen,2050auf500.000Tonnen.ZumVergleich: 2013wurdenweltweit schätzungsweise rund600Tonnen fürdieAkkumula- toren inPKWverbaut (Marscheider-Weidemannetal.2016).Soferndaseffi- zienteEinsammelnundRecyceln vonAkkus gelingt, könnte einTeil des für die Zukunft prognostizierten Verbrauchs durch Sekundärmaterial gedeckt werden. Doch das ändert nichts daran, dass zahlreiche neue Abbaustätten erschlossenwerdenmüssten, umdenVerbrauch von elektrisch betriebenen Fahrzeugenzu stillen.Die globaleMinenproduktionvonLithiumbelief sich 1 Weil Grafit auch synthetisch hergestellt werden kann,muss der Bedarf nicht allein durchdenAbbaugedecktwerden.DieHerstellungvonsynthetischemGrafitwirddie PrimärförderungvonnatürlichemGrafitzukünftigwahrscheinlichübersteigen.
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Baustelle Elektromobilität Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
Titel
Baustelle Elektromobilität
Untertitel
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
Autor
Achim Brunnengräber
Herausgeber
Tobias Haas
Verlag
transcript Verlag
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-5165-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
Kategorie
Technik
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