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Die ressourcenpolitischeAbsicherungdesE-Autos 287
weg zu etablieren, die aus staatlichen Flankierungsmaßnahmen, langfristi-
genLieferverträgenundmöglichstniedrigenRohstoffpreisenbesteht.
Dieswird notwendig,weil die Batteriezellen bisher nicht innerhalb der
EUhergestelltwerden; folglichsindsiefürdieAutomobilkonzerneinEuropa
besondersbedeutsamundalskritischeKomponentezubetrachten.Dennsie
sindinhohemMaßevonaußereuropäischenZulieferernabhängigundhaben
nurwenig beziehungsweise indirekten Einfluss auf die Rohstoffgewinnung
unddieProduktionderZellen.DerdirektenRohstoff-Governance,beiderdie
Automobilkonzerne selbst Einfluss auf die Lieferketten haben (sollten), ste-
hen also erhebliche Informationsdefizite imWege, die auftreten,wenn die
fertigenBatteriezellenvonZulieferernbezogenwerden.Dennochstehensie
mehr denn je bei der Elektrifizierung derMobilität in der Verantwortung,
sozial-ökologisch nachhaltige Fahrzeuge anbieten zu können, die nicht nur
eingrünes Imagevermitteln, sonderndieauch tatsächlichunterderEinhal-
tungsozial-ökologischerStandardsproduziertwurden.
DieAutomobilkonzerne imglobalenWettbewerb
BeimBauvonBatteriezellenundE-Autoswerdendiedeutschenundeuropäi-
schen Autokonzerne auch langfristig von ausländischen Zulieferern abhän-
gigsein.GleichzeitigkonkurrierendieeuropäischenAutokonzerne imLithi-
umdreieck nicht nur untereinander umden Zugang zu strategischwichti-
genRohstoffen,sie stehenauchmitChinaundanderenasiatischenLändern
in hartemWettbewerb. In Asien sindAnfang 2019 rund 70Gigafactorys im
Bau,46davonallein inChina (DerSpiegel2019a).HerstellerwieCATL,BYD,
WanxiangundLishenausChina,LGChem,SamsungundSKInnovationsaus
SüdkoreaoderPanasonicSanyoausJapanhabeneinenenormenWissensvor-
sprung.IhreForschungsinnovationenundmarktreifenSpeichertechnologien
werdenweltweit nachgefragt underzielenhoheWachstumsraten (Breitkopf
2019).Teslawill inGrünheide/BrandenburgbeiBerlin eineGigafactorybau-
en.Dortsollen500.000FahrzeugejährlichvomBandlaufen.Damitstehtden
deutschen Autokonzernen ein global agierendes Technologie-Unternehmen
gegenüber, dasmit der Digitalisierung ›groß geworden ist‹, ausschließlich
aufdenbatterieelektrischenAntrieb setzt, inderBatteriezellproduktionbe-
reitserfahrenistunddenerfolgsverwöhntenAutokonzernen›vordereigenen
Haustür‹Konkurrenzmacht.
BMWwill selbst keine Zellfabrik bauen und stattdessen Batteriezellen
aus einer Fabrik beziehen, die CATL auf demGewerbepark amAutobahn-
Baustelle Elektromobilität
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Titel
- Baustelle Elektromobilität
- Untertitel
- Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Autor
- Achim Brunnengräber
- Herausgeber
- Tobias Haas
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5165-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
- Kategorie
- Technik