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Baustelle Elektromobilität - Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
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414 HeinzHögelsbergerundDanyalManeka nur selten ausländische Tochtergesellschaften (Flecker/Hermann 2009: 22). Hier liegtderGrundsteinfürdieengenVerflechtungenunddieAbhängigkeit derösterreichischenIndustrievomdeutschenWirtschaftsmodell,die fürdie Kraftfahrzeug(Kfz)-Industrie heute noch charakteristisch sind10. Der größ- tenteils staatlichebeziehungsweisestaatsnahegroß-industrielleSektorwur- dedurcheinegroßeZahlkleinererundmittlererFirmenergänzt. Indiesem Segment erreichte die TaylorisierungderArbeit nie dasAusmaß,wie es für die fordistischeMassenproduktion üblich war. Viele dieser Betriebe waren Lieferanten für die Autobauer und engmit den großenUnternehmen ver- bunden (Flecker/Hermann2009:22). Anfangder1980er-JahreerreichtemitdemzweitenÖlpreisschockdieKri- se verspätet auch Österreich. Klassisch »austrokeyensianistischen« Gegen- strategien (deficit spending in Form öffentlicher Aufträge an die Privatwirt- schaft, Exportsubventionen und Förderung der staatlichen Industrie) grif- fenangesichtsgestiegenerKapitalmobilitätnichtmehr.Dadurchändertesich daspolitischeKlima.DasvorherrschendePrivatisierungstabubegannzubrö- ckeln.HinzukamderanstehendeEU-BeitrittÖsterreichs.DieSozialpartner einigtensichletztlichaufeine»langsame«Privatisierungspolitik(Unger2006: 73).Diese erhöhtedenAnteil anausländischemKapitaleigentumund führte Anfangder1990erJahreauchzueinemAnstiegderInvestitionenösterreichi- scherUnternehmenimAusland–voralleminMittel-undOsteuropa. MitderKriseundPrivatisierungdesverstaatlichtenSektorsinden1980er Jahren wurde der Einfluss der Arbeitnehmer*innen sukzessive zurückge- drängt, denn der Einfluss der Gewerkschaften war infolge einer faktischen Mitbestimmung größer als in der Privatwirtschaft (Weber 2011: 133). Die Staatsbetriebewaren quasi »closed shops« undals solche eine »Hochburg« der Gewerkschaften. Waren Betriebsräte in diesen Unternehmen noch in der Lage, über politische Kontakte Managemententscheidungen zu beein- flussen,sowardasnachderPrivatisierungnurmehreingeschränktmöglich (Flecker/Hermann2009:29). VordemHintergrundnachlassendenWirtschaftswachstumsundsteigen- derArbeitslosigkeit kames seit den 1970er Jahren zurpostfordistischenRe- strukturierung und Flexibilisierung der globalen Automobilindustrie. Tief- greifenden Veränderungen derWertschöpfungsketten waren die Folge: (1.) 10 IngewisserWeisewurdedieRolleÖsterreichsalsZulieferer fürdiedeutscheAutoin- dustriebereits inderunmittelbarenNachkriegszeitangelegt.
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Baustelle Elektromobilität Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
Titel
Baustelle Elektromobilität
Untertitel
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
Autor
Achim Brunnengräber
Herausgeber
Tobias Haas
Verlag
transcript Verlag
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-8394-5165-6
Abmessungen
14.8 x 22.5 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
Kategorie
Technik
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