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416 HeinzHögelsbergerundDanyalManeka
(2.) die lokalenUnternehmensstrukturenmit hoher Fertigungstiefe zu ver-
längertenWerkbänkenderOEMstransformiert.
Niedriglohnperipherien indenNachbarländern
Währendnachder»Wende«inOsteuropaösterreichischeUnternehmenmas-
siv indieneuenMärkteexpandiertenundWienzurZentrale fürMittel-und
OsteuropavielerKonzernewurde, lief dieEntwicklung inderAutoindustrie
anders ab. Jeneehemals sozialistischenStaatenmit eigenerAutoproduktion
(DDR:Wartburg,Trabant,Tschechien: Skoda,Polen: PolskaFiat,Rumänien:
Dacia)stecktenanfangsimDilemmazwischendemErmöglichenvonImpor-
tenwestlicher PKWund demSchutz der heimischen Firmen. Sehr schnell
stiegenals»Frontrunner«dieOEMsVW,GM,FiatundRenault in jenenLän-
dernein,woes schonzuvorKooperationengegebenhatte.Siehatten inner-
halb von zwei Jahren 90 % der Produktionskapazität inne (Lengauer/Wuko-
witsch2010).
Aufgrundniedriger LöhneundUnternehmenssteuern, sowie gut ausge-
bildeten Arbeitskräften entwickelten sich Länderwie die Slowakei undUn-
garnzuwichtigenStandortenfürdieKfz-Industrie.AuchösterreichischeZu-
lieferunternehmen expandierten in jene Länder. Arbeitsintensive Produkti-
onsschrittewurden immermehr indieseNiedriglohnperipherien verlagert.
Symptomatisch lässt sichdies anHanddesExports vonKabelbäumennach
Deutschland zeigen.Diese Kabelsträngewerden zumGroßteilmanuell von
angelernten und niedrig qualifizierten Arbeitskräften produziert.Während
1998ÖsterreichnochdieNummer eins beimKabelbaumexportwar, rutsch-
te es innerhalb von zehn Jahren auf Platz vier ab; hinter Polen, Rumänien
undTschechien. Seiterwurden diese Tätigkeiten nochmehr in osteuropäi-
scheundnordafrikanischeBilliglohnländerverlagert (Krzywdzinski2018).
CharakteristikaderösterreichischenAuto(zuliefer)industrieund
Implikationen fürKonversionsstrategien
Indenvergangenen20JahrenhatsichdieProduktionderKfz-Industriever-
dreifacht,währendsich jenedergesamtenIndustrienurverdoppelthat.Seit
demJahr2000stiegdieZahlderArbeitsplätzeinderBrancheum55 %,gleich-
zeitig nahmdie Zahl aller industriellen Arbeitsplätze nur umzwei Prozent
zu.IndenJahren2009und2010kameszueinemmarkantenEinbruch,doch
schon 2012 wurde bei der Produktionwieder das Vorkrisenniveau erreicht
Baustelle Elektromobilität
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Titel
- Baustelle Elektromobilität
- Untertitel
- Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Autor
- Achim Brunnengräber
- Herausgeber
- Tobias Haas
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5165-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
- Kategorie
- Technik