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KonversionderösterreichischenAuto(zuliefer)industrie? 417
(beiderAnzahlderBeschäftigtenerst2016)undderWachstumstrendfortge-
setzt (FachverbandderFahrzeugindustrie2019).2019scheintsichjedocheine
Trendwende abzuzeichnen,wieKündigungen vonBeschäftigtenundAbbau
vonLeiharbeitskräften inmehrerenBetriebenzeigen.11
DieAutomobilproduktion ist auch einwichtigerBestandteil des export-
orientierten österreichischenWirtschaftsmodells. Sie ist, gleich nach dem
Maschinenbau, die Branchemit demgrößtenExportvolumen (Fachverband
der Fahrzeugindustrie 2019) undmit einemWertschöpfungsanteil von acht
Prozentder industriellenProduktionvonhoherRelevanzfürdieösterreichi-
scheIndustrie (BankAustria2018:4).MehralszehnProzent industriellerBe-
schäftigung(76.700Personen)entfallenaufdieBranchesowiedieautomotive
Produktion inangrenzendenZweigen,etwa inderKunststoff-,Leder-,Che-
mieindustrie oder demMaschinenbau (Fachverband der Fahrzeugindustrie
2019)12.DazukommteinhohergewerkschaftlicherOrganisationsgrad inder
gesamtenMetallindustrie,zuderdieAutoindustriezählt.Konversionsstrate-
gienmüssendahermitKonfliktenzwischenökonomischen,beschäftigungs-
politischenundökologischenZielstellungenrechnenundkonkreteAlternati-
ven fürundmitBeschäftigtenentwickeln.
DieösterreichischeAutomobilindustrie istheute inersterLinie eineZu-
lieferindustrie.DerZweiradherstellerKTMistdereinzigeOEMmitHauptsitz
inÖsterreich.Komplette PKWwerdenhierzulandenur vomaustro-kanadi-
schen ZulieferkonzernMagna gefertigt und entwickelt, dies jedoch nur im
AuftragvonausländischenOEMs.DieProduktionvoneinzelnenKomponen-
tendominiertbeiweitem:2017wurdennur80.000PKW(2018: 144.500)und
160.000Motorräder inÖsterreichgebaut.
Österreich ist Standort von Zulieferbetrieben unterschiedlicher Stufen,
dieeinegroßeBandbreitevonProduktenfertigen.VieledieserBetriebesind
primär inanderenBranchen tätig (Textilien,Plastik,Gummietc.) undnicht
11 InderTageszeitung»DerStandard«vom5.10.2019wirddaraufverwiesen,dassdieAuf-
tragseingänge–beispielsweisebeiOpel undMagna– signifikant zurückgehen.Den
400KündigungenbeiOpel stehteineGewinnausschüttungvon50MillionenEuroan
dieKonzernmuttergegenüber.BMWSteyr führtegar180MillionenEuroab.
12 Im EU-Vergleich liegt Österreich in der Spezialisierung auf die Fahrzeugprodukti-
on dennoch nur imMittelfeld. In den großen Kfz-Herstellerländer Frankreich und
DeutschlandträgtderBereich16 %bis20 %zurIndustriewertschöpfungbei, inTsche-
chien,derSlowakeiundRumäniensogarbiszu23 %(BankAustria2018:4).
inersterLinieaufdieAutoindustriespezialisiert.DreigroßeOEMsbetreiben
Zweigwerke inOberösterreich (BMW,MAN)undWien (Opel/PSA), indenen
Baustelle Elektromobilität
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Titel
- Baustelle Elektromobilität
- Untertitel
- Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Autor
- Achim Brunnengräber
- Herausgeber
- Tobias Haas
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5165-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
- Kategorie
- Technik