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428 HeinzHögelsbergerundDanyalManeka
deSolidarität,die sichmitunter ineiner rückläufigenTeilnahmeansozialen
undgeselligenAktivitätenausdrücke,vorallemaufdenerhöhtenLeistungs-
druckunddieArbeitsverdichtung.Problematisiertwird zuweilen auch eine
ideologischeEntfremdungzwischenBeschäftigtenmitrechtenund/oderras-
sistischenOrientierungenundderenehersozialdemokratischausgerichteten
Vertretungen.
ZusammenfassendlassensichbeidenBetriebsrät*innenfolgendeAnsatz-
punkte für eine Konversionsstrategie festhalten: (1.) vorhandene Zweifel an
derOptimierungdesVerbrennersangesichtsdesVerkehrswachstums,(2.)ei-
nevorhandeneOffenheitundeinMöglichkeitssinn (Vertrauenindieeigenen
Fertigkeiten und die Technologien) für alternative Produkte, (3.) Erfahrun-
genmitderEntwicklungundUmsetzungvonProduktenaußerhalbdesKern-
geschäfts, (4.) dieWahrnehmung vonQualifikationen als Schutz vor Stand-
ortverlagerung.MöglicheHindernisse füreinedemokratischeKonversionsind
hingegen: (1.) EineAffiliationzu industriellerArbeit, die zuSchwierigkeiten
beiVerlagerungeninDienstleistungsbereicheführenkann,(2.)diekaumvor-
handeneWahrnehmungvonProduktionsmacht inglobalisiertenWertschöp-
fungsketten und (3.) die Einbindung inKonzernstrukturenmitmarginalen
Entscheidungskompetenzen inSubeinheiten.
Konversionwohin?Alternativbereiche imösterreichischen
Verkehrssektor
Bei der Frage,wohinBeschäftigung imRahmen einer Konversionsstrategie
verlagertwerdenkönnte,beschränkenwirunsaufmöglicheOptioneninner-
halbdesVerkehrssektors.Dassollnichtheißen,dassesnichtauchandereBe-
reichegäbe, indie sichBeschäftigungvonderAutoproduktionhinverlagern
könnte (z.B. erneuerbarer Energien oder öffentlicheDaseinsvorsorge). Eine
sozial-ökologischeKonversionimplizierteinevölligandereOrganisationvon
Mobilität, inklusivedenAbbauvonMobilitätszwängen (Candeias 2013: 267).
BestimmteTeiledesMobilitätssektors–allenvorandieAutoproduktionund
dermotorisierte Individualverkehr–müssenzurückgebautwerdenundan-
dereBereiche anBedeutunggewinnen: dazuzählendieBahn(-technologie),
zung, umKonflikte zu führen, Krisensituationen zuÜberwindenundpolitischePro-
jekte–wieetwaeinsozial-ökologischesKonversionsprojekt–zuverfolgen.
Baustelle Elektromobilität
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Titel
- Baustelle Elektromobilität
- Untertitel
- Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Autor
- Achim Brunnengräber
- Herausgeber
- Tobias Haas
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5165-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
- Kategorie
- Technik