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434 HeinzHögelsbergerundDanyalManeka
DerzeithatdasBundesministeriumfürVerkehr,InnovationundTechno-
logie (BMVIT) imRahmender Förderschiene »ZeroEmissionMobility« eine
StudiezumThemaWertschöpfungundAusbildungsbedarfinderösterreichi-
schenFahrzeugindustrieausgeschrieben.
Fazit: StolpersteineundEinstiegspunkte füreine
sozial-ökologischeKonversion
Eine intensive Konversionsdebatte,wie sie teilweise in der IGMetall schon
in der Vergangenheit abgelaufen ist (IGMetall/Deutscher Naturschutzring
1992) beziehungsweise auchgerade stattfindet (Iwer2018), ist bei denöster-
reichischenGewerkschaftenbislangnicht zubeobachten.Gewerkschaftliche
Initiativen,diedaraufzielen,Betriebsrät*inneninderÖsterreichischenKfz-
Industrie zu vernetzenundPositionen zumStrukturwandel in derBranche
zu entwickeln, gibt es vereinzelt. Diese hängen aber noch stark von enga-
giertenEinzelpersonenabundsindmitwenigRessourcenausgestattet.Die
Belegschaften und ihre Vertretungen sind Veränderungen durchaus aufge-
schlossen,allerdings fehlt einüberzeugendesNarrativ.
DieVoraussetzungenundMöglichkeiten,dieinÖsterreichfüreineökolo-
gischeMobilitätswendevorhandensind,mussmandifferenziert beurteilen.
Seit 1990sindhierzulandedieTreibhausgas-EmissionendesVerkehrssektors
starkgestiegen.DerösterreichischenPolitikfehltnachwievoreinklaresBild
undeinBekenntnis,wieeineernsthafteMobilitätswendeaussehensollte.Es
gibt darüber weder einen gesamtgesellschaftlichenDiskurs, noch eine kla-
reStrategie.Damit fehlt aberauchdieAkzeptanz fürkonsequenteMaßnah-
men, was sich auch in derWirtschaftspolitik gegenüber der Kfz-Industrie
niederschlägt.Diese hält lieber am langjährigen Erfolgsmodell fest, anstatt
kostspielig – und damit profitschmälernd – alternative Produktionen oder
Dienstleistungenaufzubauen.Erschwerendkommthinzu,dassdieIndustrie
hauptsächlichKomponenten liefertundsowohl inBezugaufdieEigentums-
verhältnisse,alsauchderAbnehmersehrstarkvonEntwicklungenaußerhalb
desLandesabhängt.
PositiveVoraussetzungen für eineMobilitätswende sinddie relativ sau-
bereHerkunftdesStroms,sowie leistungsfähigeundgutausgebauteöffent-
licheVerkehrsmittel inöffentlichemBesitz.ZudemgibteseinestarkeEisen-
bahnindustrie inÖsterreich.Generell istdieIndustrielandschaftsehrvielfäl-
tigundhochentwickelt,sodassesfürdiemeistenabsehbarenVeränderungen
Baustelle Elektromobilität
Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Titel
- Baustelle Elektromobilität
- Untertitel
- Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Transformation der (Auto-)Mobilität
- Autor
- Achim Brunnengräber
- Herausgeber
- Tobias Haas
- Verlag
- transcript Verlag
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-5165-6
- Abmessungen
- 14.8 x 22.5 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Auto, Elektromobilität, Transformation, Rohstoffpolitik, Wertschöpfungsketten, Verkehrswende, Bewegung, Autonomes Fahren
- Kategorie
- Technik