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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
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Die erste Ersteigung oe« Großveuebigers gelagert, auf den Krümmungen des aufwärts ziehenden Weges immer neue Gruppen kühner Bergsteiger, darunter eine mit der Fahne, zwi- schen den Tannengruppen gegen uns herankommen sahen und ein in der heiligen Stille dieses Thales vielleicht noch nie vernommener Ton war das Schmettern der Trompete, das rings von den hohen Felswänden wiederhallte. Als wir den Hügel umgangen hatten, kamen wir zu den ersten Alpenhütten und betraten hierauf das kleine Hochthal, an dessen Ende wir die großartige Ablagerung des Obersulzbachkeeses gewahr wurden. Von dem heiligen Geistkeeskogel, welcher von hier aus über dem Gletscher sichtbar ist, war nur die untere Hälfte frei vom Nebel. Bald wurde aus diesem Nebel ein Regen und in ihm erreichten wir die Alphütten, die unser Nachtquartier fein sollten. Wir hatten nun Muße uns das Thal zu besehen, in dem wir nns befanden. Dadurch, daß seine östlichen Berge mehr zurücktreten, ist cs breiter als der untere Theil des obern Sulzbachthales. Seinen Thalgrund nehmen Alpenweiden ein und auf ihnen liegen die Hütten der Krausen- und Hollausalpe neben einander, wogegen die dritte, die Hofer-Hütte, im Hintergrunde ganz nahe dem Gletscher an einem kleinen isolirtm Felskegel mitten in dem dort wieder engereu Thale steht. An der westlichen Seite fließt der Sulzbach nur weuig eingeengt, daher breit und ruhig, am Fuße der Thalwände,^ Diese tragen auf ihrem Nucken bereits Gletscher und über sie gleitet nahe den äußeren zwei Alpeuhiitten eiu vorzüglich schöner Wafferfall in das Thal herab, Hohe und kahle Felsmaueru begrenzen die Ostseite des Thales, seinen Hintergrund aber bildet über der Moräne des Gletschers sein herr- licher Absturz, welcher mit seinen Würfeln, Pyramiden und Polygonen von Eis von so beträchtlicher Höhe und von so steilem Abfalle in das Thal ist, daß der Sulzbach von dem Punkte, auf dem er der eigentlichen Oletscherfläche entströmt, bis zur Stelle, wo er den Fuß der Moräne und damit auch den Thalgrund erreicht, eine nicht bloß durch ihren Bogensturz, sondern auch durch ihre Hohe ausgezeichnete Cascade bildet, lleber der Gletscherlehne und dem Wasserfalle endlich erheben sich die Viskuppeu aus der Venediger Gruppe mit ihren weißen Häuptern und schließen eines jener magischen Bilder ab, mit denen die Alpenwelt die Mühen ihrer Verehrer belohnt.
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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Titel
Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Autor
Anton von Ruthner
Verlag
Carl Gerold's Sohn
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.8 x 19.2 cm
Seiten
440
Schlagwörter
Alpen, Gebirge, Natur
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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