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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
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am 3. September 1841. 299 Wir nahmen daher die Richtung nach Links und stiegen in langer Reihe immer einer nach dem andern folgend auf der östlichen Seite des Gletscherthales, das wir bald in der Tiefe zu unserer rechten Hand sahen, auf der steilen Stierlanerwand m südöstlicher Richtung aufwärts. Bisweilen mußten wir über sehr gefährliche Stellen auf fast senkrechten Platten empor, wo der Fuß auf dem feuchten Steine kaum einen festen Standpunkt gewinuen konnte, jedes Abstürzen m den ungeheuren Abgrund und die unten gähnende Gletschertiefe aber unfehlbar das Leben gekostet haben würde. Auch führte uns unsere Wanderung unter Felswänden uon ver- wittertem Gestein vorbei, welche durch häufige Steinablo'sungen gefähr- lich sind, weßhalb wir an ihrem Fuße, um nicht selbst die Veranlassung zu einem Unfälle zu geben, jedesmal ganz schweigend vorbeizogen. Selbst unsere große Zahl brachte die Gefahr mit sich, baß unter den Tritten der Boransteigenden häufig Steine in die Tiefe kollerten und die weiter unten auf den Schlangenkrümmuugen des Weges Gehenden bedrohten. Dafür wurde die Scenerie nm so erhabener, je weiter wir vorwärts drangen. Noch Hinberte uns zwar das Gebirge, auf welchem wir uns emporarbeiteten, an dem Ausblicke nach Süden und Südweftcn nud auf den in der ersteren Nichtung emporragenden Groß-Veuediger. Wir sahen jedoch bereits in der Tiefe zu unserer Rechten den oberen Sulzbachgletscher fast in seiner ganzen Ausdehnung von Süden nach Norden, uüd ein reizender Anblick war es, hie und da auf ihm Wassertropfen im Mondlichte gleich Diamanten imd Smaragden glitzern zu sehen. Auch geben schon hier die das Eismeer westlich begrenzenden, theilweise auf der Höhe begletscherten Berge Ioabachspitz, Schliefer- spitz u. s. w. mit den Silberfaden ihrer Wasserfälle und die Gletscher- spitzen westlich vom Venediger, welche bei ihrer Stellung im Süden des Thales mit jenen den südwestlichen Thalwinkel bilden, der Geist- keeskogel, Dreiherrnsftitz, Pnrlora u. s. w,, ein großartiges Vild. Durch den langsamen Gang mehrerer der minder geübten Berg- steiger wurde der ganze Zug oftmals aufgehalten und doch sahen wir
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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Titel
Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Autor
Anton von Ruthner
Verlag
Carl Gerold's Sohn
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.8 x 19.2 cm
Seiten
440
Schlagwörter
Alpen, Gebirge, Natur
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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