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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Seite - 305 -
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am 3. September 1841. 305 sich die zur Spitze hinauf und die von ihr herab Steigenden auf dem Kamme ausweichen konnten, so dürfte dies dann, wenn minder tiefer oder hart gefrorener Schnee denselben bedeckt, nicht rathsam sein, weil seine eigentliche Schneide kaum einen Fuß wirklicher Breite hat und sich von da zu beiden Seiten, Anfangs freilich nur sanft, senkt, und dann könnten, da auch die Länge der Spitze nur gering ist, höchstens vier bis fünf Personen zugleich auf ihr verweilen. Ich machte mich nun sogleich daran die verschiedenen sichtbaren Gebirgszüge zu erkennen und auch das Problem der Sichtbarkeit Ve- nedigs möglichst zu lösen. Man soll nach einer Aussichtsformel vom Benediger eine Flache von 190 Quadratmeilen übersehen, allein ich konnte mich nicht recht an der Aussicht begeistern. Ich kann freilich ein Nundgemalde nicht liefern, weil — übrigens selbst ein interessanter Anblick — aus der Tiefe der nächsten westlichen Thäler eine Nebelcourtine fast bis zur Höhe der Stelle, anf der wir standen, emporstieg und sich auch theilweise gegen Nordcu derart aus- dehnte, daß sie jede Aussicht in diesen Nichtungen, in welchen die zu den Oetzthalerfernern, den Innthalerbergen, dann zu den Gebirgen Oraubündtens und Vorarlbergs gehörigen Kuppen, die Berge nm den Brenner so wie jene des Ziller- und Durerthales hätten sichtbar sein müssen, dem Blicke entzog. So war uns der Anblick der schönsten Oletschergrupften heute nicht gegönnt und das Panorama größtentheils auf jene Gebirgszüge beschränkt, die sich sowohl ihren Gestalten als ihrer Oruppirung nach vom Venediger weniger vortheilhaft ausnehmen. Ich sah nördlich die Watzmann-, steinerne Meer- und ewige Schneeberggruppe. Daran reihte sich ein Heer von Bergen, das aus den östlich von der Salzach gelegenen minder hohen Gebirgen von St. Martin und Abtenau, dem Tannengebirge, der Dachstein- und Prielgruppe, den stcirischen Bergen an der Grenze von Oesterreich und im Ennsthale dann aus den vom Hochgolling sich südwärts ziehenden Bergen des Lungans besteht. Die Tanernkette selbst erschien nur als Ruthnei, Berg» und Gletschereisen. 20
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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Titel
Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Autor
Anton von Ruthner
Verlag
Carl Gerold's Sohn
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.8 x 19.2 cm
Seiten
440
Schlagwörter
Alpen, Gebirge, Natur
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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