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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
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am 3. September 1341. 30? immer ansehnlich auf, und die hohe Salve und das Kitzbühlerhorn erfreuten das Auge durch die Kapellen, welche ihre Gipfel krönen. Sogleich bei dem eisten Blicke in jene Richtung, in welcher Venedig sichtbar sein mi'chtc, erkannte ich, daß wenn es auch vom Venediger gesehen werden könnte, dies doch heute wegen der Beschaffen-, heit der Atmosphäre nicht der Fall sei. Jetzt wollte ich noch die Ankunft meines Trägers auf dein Gipfel abwarten, um mit meinem Plößl'schm Fernrohre noch eine genauere Erforschung einiger Gebirge vorzunehmen, so wie auch um den^Ther- mometerstand auf d icser Höhe zu beobachten. Ich bewunderte unter- dessen das interessante Dunkelblau, in welchem das Firmament von hier gesehen erschien, und betrat dann, nachdem ich mir das Seil um den Leib hatte befestigen lassen, den auf drei Seiten über die Tiefe überhängenden, ohne eine weitere Unterlage von Stein nur aus Schnee und Eis gebildeten, äußersten Punkt der Verlängerung des Kammes nach Norden, und hier war es, wo ich als Beweis meiner Anwesen- heit auf dieser höchst gefahrvollen Stelle den Handschuh meiner rechten Hand mit Hülfe des Bergstockes in dem Firnschnee vcrgrnb. Allein jetzt flog Plötzlich der Nebel ans dem Gipfel selbst in solcher Dichtig- keit an, daß durch ihn in einem Augenblicke jede Fernsicht benommen wnrde. Ich war überzeugt, daß die Spitze an diesem Tage Mcht wieder werbe frei vom Nebel werden, weil er bereits in allen Richtungen auö den benachbarten Thälern aufwärts stieg und schickte mich dazu an, sie mit Weyerhofer, der auch abwärts in meiner Gesellschaft bleiben wollte, wieder zu verlassen. Nun hatten sich die üblen Folgen unseres um eine Stunde ver- späteten Aufbruches aus der Alpe deutlich gezeigt. Wäre ich nämlich anstatt um halb 10 um halb 9 Uhr auf der Spitze angelangt, so hatte ich eine gänzlich oder mindestens zum größten Theile nebelfreie Aus- sicht gehabt, wahrend ich jetzt einen großen Theil des Nuudbildes vom Nebel bedeckt fand, alle übrigen Gefährten aber durchaus keine Fern- sicht vom Gipfel, der bei ihrer Ankunft schon ganz in den Nebel ge- hüllt war, genossen. 20*
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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Titel
Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Autor
Anton von Ruthner
Verlag
Carl Gerold's Sohn
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.8 x 19.2 cm
Seiten
440
Schlagwörter
Alpen, Gebirge, Natur
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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