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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
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I20 Ei>t Streifzilg dies^ und jenseits der Timern. In einer kleinen Stunde war ich auf dem schönen Fußwege im Dorfe Fusch angelangt. Nicht leicht vermag ein anderer Alpcnvfad eine größere Abwechslung zu bieten. Vom Bade zieht es Anfangs an dem Abhänge des Kaserriedels, des Eckpfeilers zwischen dem höheren Weichselbachthale, worin das Bnd gelegen und dem tieferen Hauptthale Fusch hin. Wandert man auf ihm vom Dorfe zum Bade, so vergällt seine oft starke Steigung bei günstiger Beleuchtung, das heißt bei Sonnen» schein, mindestens zum Theile den Genuß seiner 3teize. Steigt man aber vom Bade hinab ins Dorf, so ist man bei behäbigerer Leibestemperatur in der Lage, seine Vorzüge ganz zu würdigen. Man erfreut sich dann der romantischen Punkte unmittelbar an ihm, besonders der Stelle, wo er sich unter Baumschatten steil zu einem aus einer Seitenschlucht zur Nechten herabbrausenden, nicht un- beträchtlichen Wasserfalle windet, während zur Linken einige Klafter tiefer ein gewaltiger Felsblock oder nach dem Oebirg sausdrucke „Palfcn", dem Bache, der kaum durch seinen Sturz über die Felswand ein seinem Laufe sich entgegenstellendes Hinderniß besiegt hat, als ein nencs Hemmnis; in den Weg tritt, welches das nasse Vergtind wie früher den Felsabhang durch einen kühnen Sprung, nun durch eine besonnene Krümmung zn überwinden weiß. Man wird überrascht durch die mächtigen Ahornbäume, welche stellenweise einen Laubgang über dem Steige bilden, vor Allem aber schwelgt man im Genuß der wundervollen Aussicht. Das Prachtstück tritt zuerst hervor. Kaum ist man 10 Minuten vom Bade beim Lehen Schönbühel angelangt, da ragt gegenüber und in der Luftlinie höchstens eine Meile entfernt, das riesige Wiesbachhorn mit seinem obersten Theile über den dunklen Bergen empor, welche den westlichen Rand des Fufcherthales bilden. Dort, wo ein Kreuz die Scheidecke zwischen den Thalern von Weichselbach und Fusch be- zeichnet und eine Bank an ihm zum Ausruhen einladet, hat man noch eine vollkommene Ansicht des nach Süden geneigten, bis zur.Höhe von 11.300 Fuß hinanstrebenben Hornes und seines nördlichen Absturzes in furchtbaren Stoßwänden.
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Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Titel
Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
Autor
Anton von Ruthner
Verlag
Carl Gerold's Sohn
Ort
Wien
Datum
1864
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
11.8 x 19.2 cm
Seiten
440
Schlagwörter
Alpen, Gebirge, Natur
Kategorien
Geographie, Land und Leute
Geschichte Vor 1918
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