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I22 2>u >2trelf;>lg dies» und jenseits der Taumi,
Schon vom Dorfe aus hatte ich die Mühlsturzhörner am Hintersee
von Berchtesgaden und ihre nächsten Nachbarn im Westen vollkommen
lein in der nordlichen Richtung erblickt; seitdem war das gewaltige
Birnhorn im Leoganger Thale in den bestimmtesten Umrissen sichtbar
geworden; nun glänzten auch die Kirchen von St. Georgen und Hunds-
dorf am Fuße der Verge auf der Nordseitc des Salzachthales freund-
lich zu unö herüber.
Als wir im Hauptthale der Salzach vor dein Dorfe Brück an-
gekommen waren, schlugen meine Begleiter einen Seitenweg zur Linken
ein. Durch ihn »wird die Krümmung erspart, welche man macht, wenn
man aus dem Fuscherthale durch das Dorf Brück und über die dor-
tige Salzachbrücke, dann unterhalb des Schlosses Fischhorn vorbei nach
Zell wandert und man betritt die Hauptstraße von Tarenbach nach
Zell und Mittersill, nach Ueberschreitung eines Steges über die Salzach
bei jener Brücke, mittelst welcher diese Straße den Verbindungscanal
zwischen dem Zellersee und der Salzach übersetzt.
Auf dem Seitenwege selbst kömmt man vor einem Bauenihause
vorbei und hier steht eine Linde von seltener Größe und Schönheit,
und überschattet höchst malerisch das Haus und den Vorplatz vor ihm.
Es war 10 Uhr als wir auf der Straße anlangten. Ich halte
mittlerweile die Einsicht erlangt, daß es nicht nnr verlorene Mühe
wäre, den Weg von einer Stunde nach Zell zu machen, sondern daß
es auch viel gerathener für mich sei, auf der Straße nach Ober-
Pinzgau fortzugehen.
Die Straße nach Zell mündet nämlich kaum eine halbe Stunde
Weiter westlich in die Tarenbach - Mittersiller Straße. Verließ ich diese
nicht, so mußte mich daher die Briefpost von Zell, die mindestens
eine Stunde nach mir bei der Straßentrennung ankam und in der-
selben Richtung mit mir fortfuhr, jedenfalls einholen und ich hatte
dann, sollten die Plätze schon besetzt sein, wenigstens den Vortheil,
schon mehr als eine Stunde meines Weges zurückgelegt zu haben,
wogegen ich, wenn ich nach Zell gegangen wäre, vielleicht auch keinen
Platz gefunden und noch dazu einen llmweg uon zwei Stunden von
meinem Wege ab gemacht hätte.
Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
- Titel
- Berg- und Gletscher-Reisen in den österreichischen Hochalpen
- Autor
- Anton von Ruthner
- Verlag
- Carl Gerold's Sohn
- Ort
- Wien
- Datum
- 1864
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.8 x 19.2 cm
- Seiten
- 440
- Schlagwörter
- Alpen, Gebirge, Natur
- Kategorien
- Geographie, Land und Leute
- Geschichte Vor 1918